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Leserbrief
Leserbriefe
20.01.2021

Gipfel der Verdrehkunst

Zwei Leserbriefe beschäftigen sich mit dem Thema Meinungsfreiheit in einer Demokratie. Klar, die haben wir, sollten wir haben in unserem Staat!

Aber wenn nun die die obigen Schreiber und andere Gleichgesinnte meinen, sie hätten die sogenannte Meinungsfreiheit allein für sich "gepachtet" und sie jenen anders Denkenden, die  es wagen sich gegen ihre Ansichten zu wehren, nicht zugestehen, ja als absolute Spitze ihnen den Vorwurf machen, sie würden die Meinungsfreiheit nicht respektieren, dann verdrehen sie die Sachlage völlig, und dann ist genau dies das Ende einer funktionierenden Demokratie und tatsächlich nicht Sauerstoff, sondern Kohlendioxid für die Demokratie.

Man kann nicht "Verbrecher" schreien, sich dabei auf die Meinungsfreiheit berufen, und dann meinen, es wehre sich niemand gegen diese Art des Umgangs in einer Demokratie. Ich nehme hier auch meine Meinungsfreiheit in Anspruch und sage, dass ich hinter der Haltung und den angeordneten Massnahmen des Bundes und des Kantons stehe,  bin mir aber auch im Klaren, dass man  in einer solchen  Krisensituation gar nicht ohne Fehler und Unzulänglichkeiten durchkommen kann. 

Ich frage mich einfach, was  denn die extremen Ablehner der Massnahmen gemacht hätten, aktuell machen würden, wenn sie die Verantwortung  übernehmen müssten? Eigentlich äussern sie sich dazu nie. Wenn Bund und Kantone die Lage hätten "schlittern" lassen und die Covid-19-Erkrankungen und -Todesfälle wären massiv eskaliert, hätten die gleichen Leute vermutlich nicht nur zetermordio  "Verbrecher" gerufen, sondern vielleicht sogar "Mörder".

Gegenseitige - und das meine ich auch so - aggressive Hetzereien dienen einer Problemlösung überhaupt nicht, gleich wie Parteiengeplänkel auch nicht.  Ich habe nun zum Beispiel etliche Arenas und Clubs im Fernsehen verfolgt, wo gescheite Menschen vernünftig, gesittet und ohne Ehrverletzungen kontrovers diskutieren konnten. Ich halte es stark mit Stefan Büsser, Komiker und selber schwer lungenkrank , der sinngemäss geäussert hat: " Mir ist ein Wissenschaftler, der sich irrt, lieber, als ein Irrer, der meint, er sei Wissenschaftler."

Fredy Bachmann, Wilen