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Lifestyle
13.01.2021

Genuss mit Dietiker: Frische Fische aus Gommiswald

Vier Verkaufswagen der Zahner AG beliefern die Fischliebhaber mit frischem Fisch an 30 Standorten.
Fische sind ein ebenso geschätztes, wie auch gesundes Nahrungsmittel. Das Familienunternehmen Zahner in Gommiswald trägt viel zum steigenden Fischkonsum in der Region bei.

Bernhard Zahner, seit zehn Jahren Geschäftsführer von Zahner AG, empfängt mich zur Betriebsbesichtigung im Hof 15 in Gommiswald. Strikte Sauberkeit in der Verarbeitung und im Lager fallen mir als erstes auf. Coronabedingt arbeiten alle Angestellten mit Maske – eifrig und konzentriert.

Oberste Maxime ist die Frische der Produkte. Und das war schon so, als Vater Eugen Zahner 1984 mit seiner Gattin Bernadette in den Fischhandel einstieg. Er wollte den frischen Fisch – nicht tiefgefroren – direkt zum Kunden bringen und baute einen alten Peugeot in einen Kühlwagen um. Damit fuhr er täglich an Märkte und ausgewählte Standorte der Region. Das Fischangebot fand Anklang und schon bald konnte er einen zweiten Verkaufswagen anschaffen. «Mein Ziel war es, besser und schneller zu sein als die Konkurrenz», hält der Seniorchef fest.

Innovative und einsatzfreudige Unternehmer: Eugen und Bernhard Zahner.

Erfolgreiche Eigenproduktionen

1992 begann Eugen Zahner mit der Chnusperli-Produktion. Dafür braucht es einen minutiösen Ablauf mit perfekten Rezepturen. Mit diesen Chnusperli aus verschiedenen Fischarten konnte er nicht nur die Privatkundschaft, sondern auch die Gastbetriebe und Metzgereien beliefern. Bernhard baute dann diese Produktion aus mit verschiedenen Teigqualitäten und regionalen Spezialitäten, bis hin zu Lachs-Chnusperli.

Eugen, der unermüdliche «Chrampfer», richtete auch eine Räucherei ein. Unter dem Label ZaGo werden geräucherte Lachse aus der Schweiz (Lostallo-Zucht), Norwegen, Schottland und Neuseeland vertrieben. Juli und August auch Wildlachs aus Kodiak (Alaska). «Die Kundschaft bevorzugt den Lachs zu 90% geschnitten, nur 10% gehen als Stücke oder ganze Seiten über die Theke», präzisiert Bernhard Zahner. Zusätzlich ergänzte er die Eigenproduktionen mit Spezialitäten wie Meeresfrüchtesalat, Lachstartar, Felchenkaviar, marinierte Fische usw.

Sechs Auslieferungswagen beliefern täglich

Heute beliefert eine Flotte von sechs Auslieferungswagen täglich die Restaurants, Spitäler usw. Dank diesem Service erhalten die Kunden stets frische Ware, ohne dass sie grössere Mengen bestellen müssen – mit dem Risiko, diese doch noch einfrieren zu müssen. Besonders beim langsamen Einfrieren, wie es bei den meisten herkömmlichen Tiefkühltruhen erfolgt, bilden sich grosse Eiskristalle, die die Zellstruktur des Gefrierguts in Mitleidenschaft ziehen.

Der aktuelle Verkaufsrenner: Fisch-Chnusperli

Keine tiefgefrorene Produkte

Die Privatkundschaft wird mit vier «Frisch-Fisch»-Verkaufswagen mit einer Auswahl von rund 30 Frischprodukten bedient an wöchentlich 30 Standplätzen in Zürich, Zug, am linken und rechten Zürichseeufer, im Glarnerland und Toggenburg bis nach St. Gallen. Und selbstverständlich in unserer Region: Uznach, Weesen, Reichenburg, Galgenen, Altendorf, Lachen. Aber auch die Metzgereien im Linthgebiet führen ein Zahner-Sortiment.

Einige Tonnen Fisch pro Woche

Da kommen schon mal einige Tonnen Fisch pro Woche zusammen. Gut die Hälfte davon sind Meerfische, zahlreiche mit Nachhaltigkeits-Labeln. Von der Seezunge über den Lachs bis zum Thun erreichen sämtliche Produkte innert 36 bis 48 Stunden Gommiswald. Zahner hat Lieferketten aufgebaut mit Direktbestellungen um 6 Uhr morgens auf dem Fischmarkt in Turin (für Mittelmeerfische) und dem Fischgrossmarkt in Basel, wo täglich Lastwagen aus Frankreich, Norwegen, England etc. zwischen 5 - 8 Uhr eintreffen und von Zahner-Kühlwagen unverzüglich nach Gommiswald zur Verarbeitung und Weiterlieferung gebracht werden. Fische aus Übersee (Thun, Lachs) werden eingeflogen.

Die Zahner-Verkaufswagen bieten rund 30 Frischprodukte an.

Too good to go

Zahner macht mit bei der Plattform «Too good to go» zur Reduzierung der Lebensmittelverschwendung. Dank dieser App, bei der Migros, Spar sowie viele Detaillisten und Restaurants dabei sind, können nicht-verkaufte Nahrungsmittel kurz vor Ladenschluss noch an den Mann respektive die Frau gebracht werden. Zahner senkt mit diesem Sonderangebot sein «foodwaste» auf praktisch null! So setzt er zum Beispiel heute drei Kilo nicht abgesetzten Fisch auf die App zum Einheitspreis von Fr. 16.90 pro Kilo bei einem Mindestbezug von einem Kilo. Mit zwei, drei Klicks reserviert man und holt dann sein Kilo im Fabrikladen in Gommiswald ab. Mal sind es frische Felchen- oder Eglifilets, mal ein ebenso frischer Meerfisch. Eine «win-win»-Aktion für Verkäufer und Kunde!

Diese App «too good to go» können interessierte Kunden kostenlos auf Ihr Handy laden.

Fischerliebi: Bernhard Zahner entwickelte mit dem Weingut Bachmann am Zürichsee einen idealen Begleiter zum Fisch.

Corona und Zukunft

«Wir legen neben der Qualitätsgarantie grossen Wert auf einen einwandfreien Kundenservice», versichert Bernhard Zahner. «Deshalb halten wir sämtliche Lieferketten auch in diesen Corona-Zeiten aufrecht, mit den Verkaufswagen, mit täglichen Lieferungen an Metzgereien und Restaurants (take away). Selbstverständlich haben wir Absatzverluste in der Gastronomie, die allerdings teilweise aufgefangen werden durch gestiegene Detailverkäufe. Aber wir kommen mit Kurzarbeit über die Runden, nicht zuletzt dank unseren Eigenproduktionen. Glücklicherweise konnten wir Entlassungen vermeiden, denn gutes Personal ist das höchste Gut für uns Kleinunternehmer.» (Zahner beschäftigt 30 Personen).

Auf sein Arbeitspensum und sein politisches Engagement (Kantonsrat) angesprochen, gesteht Bernhard Zahner, dass er jeden Morgen um sechs Uhr im Geschäft steht, sechsmal die Woche. Da der Betrieb bis 18.30 Uhr offen ist, gibt es gut und gerne 14-Stunden-Tage. «Aber mein Vater arbeitete früher 15 Stunden und das sieben mal die Woche», fügt er hinzu. Und er schätzt es, dass seine Mutter und sein Vater heute noch aktiv mithelfen. «Was wir machen, machen wir mit Herzblut!», ergänzt der Senior.

Zweifelsohne wird uns die Frischfisch-Quelle Zahner AG in der Region erhalten bleiben.

Bernhard Zahner lernte sein Handwerk von der Pieke auf. Zuerst im elterlichen Betrieb, wo er sich als Jugendlicher sein Sackgeld verdiente mit filetieren, Gräte zupfen usw. Er absolvierte dann allerdings eine Lehre als Automobil-Kaufmann. Aber es zog ihn zurück zum Fisch, also machte er eine Zusatzlehre als Berufsfischer auf dem Zürich- und Bodensee mit professioneller Verarbeitung nach dem Fang. Anschliessend arbeitete er in verschiedenen Fisch und Feinkost Unternehmen im In- und Ausland. Mit diesem Rucksack übernahm er ab 2010 Schritt für Schritt die operative Führung die Zahner Fischhandel AG Gommiswald.

Bernhard Zahner ist seit 10 Jahren der Geschäftsführer der Zahner AG in Gommiswald.
Hansjörg Dietiker, Linth24