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Ausland
04.01.2026

USA-Venezuela: Zwischen Konfrontation und Einfluss

(Symbolbild)
(Symbolbild) Bild: ZO24/ChatGPT
Das Verhältnis zwischen Venezuela und den USA ist seit Jahrzehnten von Misstrauen, Machtpolitik und wirtschaftlichen Interessen geprägt. Besonders seit der Jahrtausendwende haben sich die Spannungen verschärft – mit gravierenden Folgen für Politik, Wirtschaft und Bevölkerung Venezuelas.

Die Beziehungen zwischen Venezuela und den USA waren lange Zeit pragmatisch: Venezuela zählte zu den wichtigsten Erdöllieferanten der USA. Mit dem Amtsantritt von Hugo Chávez im Jahr 1999 änderte sich der Ton grundlegend. Chávez verfolgte eine sozialistische, anti-imperialistische Politik und positionierte sich offen gegen den Einfluss Washingtons in Lateinamerika.

Die venezolanische Führung warf den USA vor, sich in innere Angelegenheiten einzumischen, während Washington Chávez und später seinem Nachfolger autoritäre Tendenzen und demokratische Rückschritte vorhielt.

Sanktionen als zentrales Druckmittel

Ein Wendepunkt kam nach der Machtübernahme von Nicolás Maduro. Angesichts umstrittener Wahlen, der Ausschaltung politischer Gegner und der humanitären Krise verhängten die USA schrittweise harte Wirtschafts- und Finanzsanktionen.

Besonders betroffen war der staatliche Ölkonzern PDVSA, das wirtschaftliche Rückgrat des Landes. Ziel der US-Politik war es, die Regierung Maduro wirtschaftlich unter Druck zu setzen – Kritiker argumentieren jedoch, dass vor allem die Zivilbevölkerung unter den Folgen leidet.

Der Machtkampf um Legitimität

2019 erreichte der Konflikt einen neuen Höhepunkt: Die USA erkannten den Oppositionspolitiker Juan Guaidó als Übergangspräsidenten an und stellten sich offen gegen Maduro. Washington hoffte auf einen politischen Umbruch, doch die Strategie scheiterte letztlich an der Machtbasis Maduros im Militär und an der Unterstützung durch Verbündete wie Russland und China.

Annäherung aus pragmatischen Gründen

In den letzten Jahren zeichnete sich eine vorsichtige taktische Annäherung ab. Angesichts globaler Energieknappheit und geopolitischer Verschiebungen lockerten die USA zeitweise einzelne Sanktionen, insbesondere im Ölsektor. Diese Schritte waren jedoch an politische Zugeständnisse geknüpft, etwa an Wahlzusagen oder Dialogbereitschaft der venezolanischen Regierung.

Fazit: Ein ungelöster Dauerkonflikt

Das Verhältnis zwischen Venezuela und den USA bleibt von gegenseitigem Misstrauen geprägt. Während Washington Demokratie und Menschenrechte betont, sieht Caracas darin weiterhin Einmischung und Machtausübung. Eine nachhaltige Verbesserung der Beziehungen ist bislang nicht in Sicht – zu tief sitzen die politischen Gräben, zu gross sind die wirtschaftlichen und strategischen Interessen auf beiden Seiten.

Zürioberland24/bt / ChatGPT
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