Identifikation und Zustand der Verletzten
Die Identifikation der Opfer gestaltet sich aufgrund schwerer Verbrennungen als äusserst anspruchsvoll. Behörden bestätigten, dass mehrere Tote identifiziert werden konnten und Angehörigen übergeben wurden. Es handelt sich um zwei Schweizerinnen im Alter von 21 und 16 Jahren sowie zwei Schweizer im Alter von 18 und 16 Jahren. Die meisten der 119 Verletzten wurden ebenfalls identifiziert und befinden sich in Behandlung; viele in spezialisierten Brandverletzten-Zentren in der Schweiz und im Ausland, darunter auch Italien und Deutschland.
Schwer verletzte Jugendliche aus Crans-Montana im Zürcher Kinderspital – langwierige Behandlung erwartet
Im Brandverletztenzentrum des Kinderspitals Zürich werden derzeit fünf schwer verletzte Jugendliche behandelt, die beim verheerenden Brandunglück in Crans-Montana in der Silvesternacht lebensgefährliche Verbrennungen erlitten haben. Alle Patientinnen und Patienten sind unter 18 Jahre alt und befinden sich gemäss dem Kinderspital im künstlichen Koma. Teilweise weisen sie Verbrennungen von über 70 Prozent der Körperoberfläche auf – ein Zustand, der eine äusserst komplexe, langwierige und belastende Behandlung erfordert.
Wie SRF in der «Tagesschau» berichtet, stehen die behandelnden Teams vor einer medizinischen Ausnahmesituation. Chefärztin Kathrin Neuhaus erklärt, dass in den ersten Behandlungstagen die genaue Einschätzung der Verletzungen und die Entfernung der nicht mehr durchbluteten Haut im Vordergrund stehen. Dieser Schritt sei entscheidend, um Infektionen und Komplikationen zu verhindern.
Anschliessend folgt eine lange Serie von Operationen, bei denen zerstörte Hautpartien durch Eigenhauttransplantationen ersetzt werden müssen. Neuhaus spricht gegenüber SRF von einer zweistelligen Zahl notwendiger Eingriffe. Um diese Behandlungen zu bewältigen, werden zusätzliche Operationssäle geöffnet. «Im Moment planen wir, mit jedem Patienten jeden zweiten Tag in den OP zu gehen», so die Chefärztin.
Die intensive Versorgung der jungen Brandopfer führt dazu, dass im Kinderspital Zürich andere geplante Operationen verschoben werden müssen. Die Klinik betont gegen über SRF jedoch, dass die Versorgung der Schwerverletzten oberste Priorität habe.
Rettungs- und Ermittlungsarbeiten
Die regionale Polizei, Feuerwehr, medizinische Teams und spezialisierte Ermittler arbeiten weiterhin intensiv am Unglücksort und in den Krankenhäusern. Anwohner und Betroffene haben Hilfs-Hotlines zur Verfügung, während die Polizei weitere Aussagen und Untersuchungen sammelt. Die Identifikation der Opfer mittels DNA, Zahnstatus und Bekleidung läuft.