Insgesamt rückte die Kantonspolizei St.Gallen über die zehn Tage während Weihnachten und Silvester bis Neujahr zu 34 Fällen von häuslicher Gewalt aus. In 25 Fällen kam es gemäss jetzigem Kenntnisstand zu keinen strafrechtlich relevanten Vorgängen. In diesen Fällen standen verbale Streitigkeiten zwischen Paaren oder in Familien im Vordergrund.
Die intervenierenden Polizisten konnten die Situationen vorläufig beruhigen und einstweilige Strategien zur Konfliktvermeidung aufzeigen. Die involvierten Personen wurden auf mögliche Beratungsangebote aufmerksam gemacht und, wo gewünscht, die Personalien an entsprechende Stellen übermittelt. In all diesen Fällen werden die örtlich zuständigen Sozialbehörden über die Interventionen der Polizei informiert.
Strafrechtlich relevante Vorgänge in neun Fällen
In neun Fällen kam es zu strafrechtlich relevanten Vorgängen. Die Spannweite der Fälle erstreckte sich dabei von Tätlichkeiten bis hin zu schweren Drohungen, in einem Fall gar unter Einsatz einer Schusswaffe. In fünf Fällen konnte eine Trennung zwischen den involvierten Personen durch ein freiwilliges Verlassen des Wohnortes durch die gewaltausübende Person erreicht werden.
In drei Fällen verfügte die Kantonspolizei St.Gallen ein 14-tägiges Kontakt- und Rayonverbot gegen die gewaltausübende Person. In einem Fall wurde die drohende Person zudem festgenommen.
Alle Fälle werden an die Staatsanwaltschaft des Kantons St.Gallen rapportiert. Gleichzeitig wurden auch die in diesen Fällen involvierten Personen auf Beratungsangebote hingewiesen oder ihre Personalien an entsprechende Stellen übermittelt. Auch die Sozialbehörden erhalten in diesen Fällen Kenntnis von den Ereignissen.
Knapp 90 Personen involviert oder betroffen
Bei allen Fällen waren insgesamt knapp 90 Personen direkt involviert oder davon betroffen. Davon hat etwas mehr als die Hälfte der Personen eine ausländische Staatsbürgerschaft, jedoch Wohnsitz in der Schweiz. Etwas mehr als ein Dutzend der betroffenen Personen waren Kinder vom Säuglings- bis ins Jugendalter.
Die Kantonspolizei St.Gallen hat erst kürzlich im Rahmen der Kampagne «16 Tage gegen Gewalt an Frauen» ihr Engagement rund um häusliche Gewalt thematisiert und im Rahmen dieser Aktionstage diverse Zahlen zum Thema in einer Online-Serie präsentiert.
Die Zusammenfassung der Aktion kann unter «Schutz beginnt beim Hinsehen – Fokusbericht Kantonspolizei St.Gallen» eingesehen werden.