Auch ohne konkrete Zahlen für den Kanton Schwyz geht der Regierungsrat aufgrund gesamtschweizerischer Schätzungen von einer Nichtbezugsquote von rund 30 Prozent bei Sozialleistungen aus. Dies schreibt er in der Antwort auf eine Interpellation der SP-Kantonsräte Jonathan Prelicz (Goldau), Martin Raña (Küssnacht) und Carmen Muffler (Pfäffikon). Die Interpellanten bezeichnen den Nichtbezug als problematisch, da beim Lebensnotwendigen gespart werde, die Verschuldung steige und sich Negativspiralen mit hohen Folgekosten ergäben, besonders für Kinder. Als Gründe nennen sie Unwissen, Scham, Angst vor Ausgrenzung, bürokratische Hürden, ausländerrechtliche Konsequenzen und Rückerstattungspflichten.
Derzeit keine kantonale Erhebung geplant
Betroffen sind unter anderem Prämienverbilligungen, Ergänzungsleistungen, Stipendien, Kinderbetreuungsbeiträge sowie Sozialhilfe. Bei den Ergänzungsleistungen geht die Regierung von einer Nichtbezugsquote von 14,6 Prozent aus. Zur Verbesserung des Zugangs werden unter anderem Steuerdaten genutzt, Informationsveranstaltungen durchgeführt, Fristen verlängert sowie Merkblätter und Erklärvideos angeboten. Bei Stipendien und Kinderbetreuungsbeiträgen sieht die Regierung ein geringeres Risiko des Nichtbezugs. Nationale Projekte zum Thema Armut sollen abgewartet werden, weshalb derzeit keine kantonale Erhebung geplant ist.