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Lachen
23.09.2020

Schmuckstücke der Schweizer Meisterschaften ausgestellt

Seit letzter Woche sind in Lachen die Ausstellungsstücke der Schweizer Goldschmiede-Meisterschaft in Design ausgestellt. Die Werke sind noch bis Ende September im Schaufenster Atelier Tessa zu betrachten.

Funkelnd und glitzernd stechen die Schmuckstücke im Schaufenster beim Vorbeigehen ins Auge. In diesem Jahr nahmen 24 Lernende im vierten Lehrjahr an der Schweizer Goldschmiede-Meisterschaft teil. Sie reichten ihr Werk zusammen mit einem schriftlichen Konzept bis Ende März ein. Die Jury bewertete die Schmuckstücke und erkor die schönsten und mechanisch am besten umgesetzten. Die Preisverleihung im Juni fand in diesem Jahr online statt. Damit die Stücke genauer betrachtet werden können, reisen die Werke quer durch die Schweiz – von Atelier zu Atelier, in denen die teilnehmenden Goldschmiede zurzeit arbeiten und die Stücke bei sich ausstellen möchten.

Schmuckstücke mit Botschaften

Das diesjährige Motto der Meisterschaft lautete: «Conservation – Conversation». Botschaften aus der Vergangenheit sollen auf heutige oder zukünftige Umstände übertragen werden. Die Lernenden mussten dazu zwei zur Verfügung gestellte Rondellen verwenden, eine aus Bernstein und eine andere aus Nussbaumholz. Es galt, die beiden Rondellen in irgendeiner Form in die tragbaren Schmuckstücke zu integrieren und das vollendete Werk fristgerecht einzureichen.

Die Erstplatzierte Geneviève Côté reichte «RBM 2044» ein. «Der Stempel ist ein Werkzeug und zugleich ein ringähnliches Accessoire zwischen den Fingern, wenn jemand diesen benutzt», beschreibt Côté ihr Werk. «Die Funktion vom Tätowier-Stempel ist jedoch erst in einer Science-Fiction-Geschichte zu verstehen. Es braucht einen Erzähler, der die Botschaft des Stempels aufzeigt». So soll laut ihrem Konzept im Jahr 2044 der Beschluss vom Bund gefällt worden sein, Neugeborene in der Schweiz ab 2045 komplett überwacht werden sollten: Konsumverhalten, Bewegungsgewohnheiten, Lernfortschritte und so weiter. Sobald die Volljährigkeit erreicht wurde, werden die gesammelten Daten ausgewertet. Ein Exekutivbeamter bestimmt so das Todesdatum eines Menschen – das «Ablaufdatum», welches auf die Wangen gestempelt wird. Die Tätowierung sollte uns täglich damit konfrontieren, dass die eigene Zeit genauso ein beschränktes Gut ist, wie all die Ressourcen auf der Erde. Côté wollte auf diese Weise zugleich mit verschiedenen Zeitformen spielen.

Auch die Werke der anderen Teilnehmenden enthalten Botschaften. So trägt beispielsweise der Rückenschmuck von Benjamin Brown, Gewinner des Konzeptpreises, Erinnerungen in die Zukunft und der Haarkamm von Nayah Maurer, Gewinnerin des Jurypreises, verbindet alte Zeiten mit modernem Wissen.

Bis Ende September in Lachen

Die Teilnehmenden an der Meisterschaft haben sich aus der ganzen Schweiz angemeldet. Die Gewinnerin Geneviève Côté war zu diesem Zeitpunkt noch in Zürich angestellt und arbeitet seit August im Atelier Tessa in Lachen. Ein Grossteil der Ausstellungsstücke kann zurzeit im Schaufenster bestaunt werden. Bis die Werke Ende September weiterziehen, funkeln sie im Lachner Schaufenster.

Nicole Dürst, Redaktion March24 & Höfe 24