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Leserbrief
Leserbriefe
15.09.2020
22.09.2020 11:28 Uhr

SekPro: Leserbriefe

Am 27. September wird unter anderem über die Schaffung von Leistungsklassen im Kanton Schwyz abgestimmt (Änderung des Volksschulgesetzes). Das sind die Meinungen dazu in Ausserschwyz.

Auch Starke verdienen eine Förderung

Mit grossem Mehr befürwortete der Kantonsrat die Schaffung von Leistungsklassen für leistungsstarke Schülerinnen und Schüler auf der Sekundarstufe I. Die SP, der Erziehungsrat und der Bildungsdirektor sehen dies anders. Ihr Hauptargument: Die Sekpro widerspreche dem Integrationsgedanken und erhöhe unnötig den Selektionsdruck für die Primarschüler. Fakt ist, dass mit der Berufswahl oder dem Einstieg ins Gymnasium bereits eine nicht wegzuredende Separation geschieht. Gleichmachen und ein Anpassen nach unten kann keine Lösung sein.

Mit der Sekpro erhalten die Bezirke die Möglichkeit, Leistungsklassen zu führen. Ein Zwang für die Bezirke besteht nicht. Falls ein Bedarf besteht – wie in der Höfen – können die Bezirke ihr Bildungsangebot für die starken Schüler und Schülerinnen ausbauen. Für eine gut ausgebildete Jugend stimme ich als Vater und Unternehmer mit Überzeugung Ja.

Marcel Föllmi, Pfäffikon Kantonsrat

 

Nein zur Mogelpackung SekPro

Vor drei Jahren wurde im Bezirk Höfe die SekPro eingeführt, mit der Begründung, eine moderne Volksschule für alle zu installieren. Jedoch handelt es sich dabei nicht um eine nachhaltige Schulentwicklung, sondern lediglich um den Versuch, die Kinder aus wohlhabenden Expatsfamilien aus den Privatschulen abzuwerben. Betrachtet man die drei Jahre sachlich, ist zu erkennen: Die Privatschulen haben weiter Zulauf, die Schülerzahlen haben sich nicht merklich in die gewünschte Richtung verändert.

Die Idee der zusätzlichen Separation ist alt, vor rund 20 Jahren hat man diese als unwirksam erkannt und in anderen Bezirken abgeschafft. Es wurden zu diesem Thema zahlreiche Studien über längere Zeitintervalle erstellt, beinahe ausnahmslos erkannte die Wissenschaft: Zusätzliche Separation bewirkt absolut keine Leistungssteigerungen bei Schülern, was inzwischen sogar gewisse Lehrpersonen der SekPro zugeben. Bilingualer Unterricht ist nach heutigem Schulgesetz erlaubt, dazu brauchen wir keine neuen Gesetze, man müsste es einfach tun, jedoch für alle zugänglich, nicht nur für ein paar Auserwählte.

Das Projekt SekPro ist lediglich eine zusätzliche, teure Selektionsstufe, die nachweislich im Bereich der Leistungsentwicklung wirkungslos, der überfachliche Kompetenzen eher behindernd ist und Schülergruppen zusätzlich separiert. Die Änderung des VSG bedeutet eine Schwächung der Volksschule, eine Privilegierung für wenige, ein Faustschlag gegen die Chancengleichheit. Sie verschlingt viele Ressourcen, echte Schulentwicklung ist nicht vorgesehen. Die vorgeschlagene Änderung des VSG dient lediglich dazu, den verfassungsmässigen Integrationsartikel zu umgehen. Deshalb stimme ich Nein – gegen Entwicklungsverhinderung und für eine echte Schulentwicklung, die allen nützt.

Roland Ulrich, Wangen, Lehrer, Heilpädagoge und Schulpräsident

 

Geht nicht nur um Leistungsklassen

Im Kanton Schwyz sind die Bestimmungen zur Führung von Privatschulen freizügig gestaltet. Es ist problemlos möglich, eine Bilinguale Privatschule zu führen, die sich wegleitend (...) an den Lehrplan hält. Die öffentliche Volksschule muss sich an das Volksschulgesetz halten. Darin sind die Schultypen (Sek, Real, Werk, Unterricht in Stammklassen) festgelegt. Die SekPro steht nicht darin. Im Rahmen eines Schulversuchs wurde sie erlaubt. Die Höfner Schulstufe SekPro ist ein
bilinguales Angebot und folgt dem Lehrplan, einfach zweisprachig. Sie ist die Antwort auf die Tatsache, dass viele Eltern für ihre Sprösslinge nach bilingualen Angeboten suchen. Im Bezirk Höfe sind zwischen 20 und 25 Prozent der Schülerinnen und Schüler nicht an der öffentlichen Schule.

Bei der Teilrevision des Volksschulgesetzes vom 27. September geht es nicht per se um pädagogische Konzepte, sondern viel mehr um den Handlungsspielraum für die Schulträger. Ihnen soll möglich sein, auf regionale Gegebenheiten reagieren zu können. Die Privatschulen kennen diesen Handlungsspielraum schon lange. Es ist also an der Zeit, auch unserer öffentlichen Volksschule diesen zu geben. Deshalb sage ich als Lehrerin einer öffentlichen Schule klar Ja zur Teilrevision des Volksschulgesetzes.

Verena Vanomsen, alt Kantonsrätin SP, Freienbach

 

Volksschulen stärken

Im Bezirk Höfe gehen überdurchschnittlich viele Schüler in Privatschulen. Insbesondere zweisprachige Unterrichtsangebote locken viele aus dem öffentlichen Schulsystem auszutreten. Mit der SekPro hat der Bezirk Höfe auf diese Nachfrage reagiert und Leistungsklassen mit bilingualem Unterricht eingeführt. Das Angebot ist sehr beliebt.

Weshalb der Erziehungsrat des Kantons Schwyz entschieden hat, dieses Erfolgsmodell zu verbieten und damit die Volksschule im Wettbewerb mit privaten Schulen zu schwächen, ist unverständlich. Mit einem Ja zur Änderung des Volkschulgesetztes (VSG) am 27. September geben Sie den Bezirken die Möglichkeit, die SekPro beizubehalten. Dadurch wird die Volksschule im Wettbewerb mit Privatschulen unterstützt und das duale Bildungssystem gestärkt.

Die SekPro generiert keine Zusatzkosten. 80 Prozent der Schulkosten trägt sowieso der Bezirk als Schul-träger und soll somit auch über seine Zusatzangebot entscheiden können. Der Kanton verliert nichts, die Bezirke gewinnen viel. Deshalb stimme ich der Änderung des Volksschulgesetzes zu.

Urs Rhyner, FDP-Kantonsrat, Schindellegi

 

Eine moderne Volksschule für alle

Mit der kommenden kantonalen Abstimmung zur «Teilrevision des Volksschulgesetzes» geben wir der Volksschule die Möglichkeit, die Stärken unserer Kinder gezielt zu fördern und gleichzeitig auf die Bedürfnisse der Wirtschaft einzugehen. Und dies -ohne zusätzliche Kosten für den Kanton.

Die sekeinshöfe mit den Schulhäusern Weid, Leutschen und Riedmatt hat mit ihrem Pilotprojekt Sekpro gezeigt, wie eine solche Förderung in der Schule umgesetzt werden kann. Die freiwillige zweisprachige Sekpro hat bei den Eltern hohen Zuspruch. Und bei Gesprächen mit abgehenden Schülern wird klar, dass sie jederzeit wieder diese Art des Unterrichtes wählen würden. Mit ihrem enorm hohen allgemeinen Bildungs- und Englisch-Niveau haben diese Schüler in der bei uns international stark vernetzte Wirtschaft eine super Ausgangslage, um in ein spannendes Berufsleben starten zu können.

Nachdem in der Vergangenheit gezielte Fördermassnahmen für schulschwächere Schüler umgesetzt wurden, wird nun auch den leistungsstarken Schülern Rechnung getragen. Damit wird ein Grundpfeiler unserer erfolgreichen Schweiz gestärkt; die hohe Volksbildung für alle Volksschichten und für alle Leistungsniveaus unserer Jugend.

Diese Stärkung der Volksschule ist wichtig, damit sie allen Bevölkerungsgruppen gerecht werden kann. Chancengleichheit auf dem Niveau der Volksschule darf nicht vom Einkommen der Eltern abhängig sein. Die Schweiz hat wenig natürliche Ressourcen. Umso wichtiger ist die Ressource Bildung als entscheidender Wohlstandsfaktor unseres Landes.

Deshalb stimme ich am 27. September Ja zur Teilrevision des Volksschulgesetzes. Ja für eine Vorlage, die den Regionen erlaubt, lokale, massgeschneiderte Bildungsangebote anzubieten. Ja für die Chancengerechtigkeit starker Schüler einkommensschwacher Eltern. Ja für eine Verbesserung des Bildungsangebotes ohne zusätzliche Kosten für den Kanton. Ja für eine starke öffentliche Schule, welche die Basis einer erfolgreichen Schweiz bildet.

Walter Ackermann, Freienbach, Präsident Elternrat sekeinshöfe Schule Weid

 

Mit der Bildung unserer Kinder spasst man nicht

Zum Artikel «Soll mit der Sekpro ein neuer Schultyp im Kanton Schwyz eingeführt werden?» vom 2. September.

Der Schwyzer Bildungsdirektor Stähli beginnt seinen Contra-Kommentar mit folgender Aussage: «Leistungshomogene Klassen, wie sie bei der Sekpro geplant sind, haben keinen positiven Effekt auf den individuellen Leistungszuwachs bei den Schülerinnen und Schülern. Daher sind sie weder pädagogisch noch erziehungswissenschaftlich begründbar.» Mit Verlaub, das ist Bullshit, und das weiss er selber auch ganz genau (ansonsten soll er den AVS-Bericht zu den bis jetzt gemachten äusserst positiven Erfahrungen der Sekpro nochmals durchlesen).

Das Gegenteil ist der Fall und dies ist wissenschaftlich und empirisch dutzendfach belegt. Aber auch schon der normale Menschenverstand reicht aus, um diese völlig quere Aussage zu demaskieren. In allen Bereichen gibt es Leistungskategorien bei Kindern und Jugendlichen (Musik, Sport, etc.), damit im «goldenen Lernalter» der gezielte Austausch mit ähnlich Talentierten positive Entwicklungseffekte für jeden Beteiligten hat.

Wie kommt nun ein bürgerlicher Politiker dazu, durch eine derart falsche und dogmatische Sichtweise sich in der Diskussion zur kantonalen Bildungspolitik zu äussern? Der Verdacht liegt nahe, dass hier die Beamten im Bildungsdepartement, die seit Jahren mit der immer gleichen Begründung – «Es ist nicht gerecht, wenn ein Kind in den Höfen mehr Möglichkeiten hat als ein Schüler in Alpthal» – eine Politik betreiben, die da heisst, «alles über den gleichen Kamm zu scheren», Stähli diese Aussage haben machen lassen. Dies ist ein völlig fehlgeleitetes, weil dogmatisches Gerechtigkeits- sprich Gleichmacherverständnis, das wir vom Sozialismus her kannten.

Fakt ist, dass die Realitäten in den Höfen andere sind als im inneren Kantonsteil, gehen doch bis zu 25 Prozent eines Jahrgangs hier in Privatschulen, während der kantonale Durchschnitt in Schwyz bei 2 Prozent liegt. Wenn wir die Gerechtigkeitsfrage in den Vordergrund stellen wollen, dann lautet die relevante Frage: Ist es gerecht, dass sich wohlhabende Familien die vermeintlich qualitativ besseren privaten Bildungsinstitutionen für ihre Kinder leisten können? Und: Lassen wir zu, dass die zentralistische Bildungspolitik des Bildungsdepartements jegliche bezirkspezifischen Initiativen und Angebote wegen ihrer antiquierten, bequemen und dogmatischen Sichtweise torpediert?

Es reicht für Exekutivpolitiker nicht, in Sonntagsreden vom Wissen als Rohstoff des 21. Jahrhunderts und zukunftsträchtigen Lernkompetenzen zu sprechen und in den sechs Tagen dazwischen alten Zöpfen nachzuhängen. Es gibt Politiker, die verwalten, und solche, die gestalten. Die Bildungspolitiker in den Höfen versuchen, zur zweiten Kategorie zu gehören. Es wäre jammerschade, wenn durch eine durch den Kanton diffundierte faktisch falsche Informationspolitik man nun gehindert würde, im Interesse und zum Wohle unserer Kinder die Weichen in der kantonalen Bildungspolitik richtig zu stellen. Ich hoffe sehr, dass die verantwortungsvollen Stimmbürgerinnen und Stimmbürger des Kanton Schwyz bei dieser sehr wichtigen Bildungsvorlage, dem Bildungsdirektor, wie bereits bei der Abstimmung zur Kantons-schule Ausserschwyz geschehen, erneut die rote Karte zeigen und zugunsten unserer Kinder und Jugendlichen die Sekpro unterstützen und mit Ja abstimmen.

Marco Casanova, Wollerau, ehem. Gemeinderat und Schulpräsident

 

Eine positive Erfahrung mit der SekPro

Unser Sohn war vor zwei Jahren in der 6. Klasse der Primarschule in Wollerau. Die ersten Entscheidungen mussten getroffen werden. Er war ein guter Schüler und konnte wählen: Soll er in die traditionelle Sek, soll er nach Einsiedeln in das Langzeitgymnasium oder soll er in die neu geschaffene SekPro? Auf der einen Seite das Altbewährte, in Einsiedeln mit sehr erheblichen Kosten verbunden, auf der anderen Seite ein neues Angebot der öffentlichen Schule, das sich an die Änderungen der Anforderungen der Gesellschaft und des Standorts anpasst.

Wir haben uns gemeinsam für die neue SekPro entschieden und haben es nie bereut. Unser Sohn hat dort zwei äusserst lehrreiche Jahre verbracht. Er konnte seinen Horizont unglaublich erweitern, sei es über eine tiefe Immersion in die Fremdsprachen Französisch und Englisch, oder in Sachen Kultur und Gesellschaft, etwa mit dem Studium und dann Inszenierung und Aufführung des «Besuch der alten Dame» von Dürrenmatt.

Er hat soeben die Kanti in Pfäffikon angefangen und blickt, nach seinen Worten, auf die zwei besten Schuljahre, die er je hatte, zurück. Die Möglichkeit, etwas wie die SekPro anbieten zu können, gehört eindeutig ins Schwyzer Volksschulgesetz.

René Herren, Wollerau

 

Für eine starke Volksschule

 Unsere älteste Tochter besucht zurzeit die dritte Sekpro in Pfäffikon. Wir sind eine ganz normale Schweizer Durchschnittsfamilie mit vier schulpflichtigen Kindern ohne fremdsprachlichen Hintergrund. Unsere Tochter liebt Fremdsprachen und ist motiviert, darin weiterzukommen.

Es wird behauptet, dass nur Kinder aus Expat-Familien diese Klassen besuchen würden. Dem ist nicht so. Die Klasse unserer Tochter ist sprachlich bunt gemischt, in weitaus den meisten Familien spricht man aber Schweizerdeutsch. Es wird behauptet, dass die Schule nur Privilegierten offensteht. Das stimmt eben nicht – die Sekpro-Klasse steht allen Kindern aus allen Bevölkerungsschichten offen; egal ob die Eltern über ein kleines oder grosses Portemonnaie verfügen. 

Es wird behauptet, dass die Sekpro ein versteckter Gymikurs sei. Auch dieses Argument stimmt nicht; so wählt ein Teil der Klasse jeweils die Berufsausbildung über eine Lehre mit der Möglichkeit der BMS, so auch unsere Tochter. Zudem können leistungsstarke Jugendliche nach der 2. Sek in die 3. Sekpro wechseln. Es wird behauptet, dass der Separationsdruck noch mehr zunehmen wird. Seien wir ehrlich, die Separation auf der Oberstufe ist seit Jahren eine Tatsache. So werden die Jugendlichen ihren Fähigkeiten entsprechend in der bewährten Werk-, Real- und Sekundarstufe gefördert. Kinder und Jugendliche mit besonderen Bedürfnissen werden durch Heilpädagogen unterstützt und verhaltensauffällige Kinder haben die Möglichkeit, die Timeout-Klasse zu besuchen. Es ist also heuchlerisch, zu behaupten, es werde zu früh separiert. Zumal die Durchlässigkeit in unserer Oberstufe gewährleistet ist – auch zwischen der Sek und der Sekpro. Ich bin der Meinung, dass eine starke, vielfältige öffentliche Volksschule essenziell wichtig ist für unsere demokratische Gesellschaft. 

Die vermeintliche Chancengleichheit, die vor allem von der SP propagiert wird, ist nichts anderes als eine Gleichmacherei. Sie wird dazu führen, dass der Graben zwischen öffentlicher Volksschule und Privatschulen noch mehr zunehmen wird. Es ist nunmal so, dass in Ausserschwyz die öffentliche Schule unter grossem Konkurrenzdruck von Privatschulen steht. Auch starke und leistungswillige Kinder haben ein Recht, in der Volksschule unterstützt und gefördert zu werden.

Darum stimme ich Ja – damit auch die Volksschule die Möglichkeit erhält, sich den veränderten Bedingungen anpassen zu können.

Sarah Hess-Hechelhammer, Wollerau

Bildung darf nicht vom Geld abhängen 

Unser Land hat ebenso dafür zu sorgen, dass die Besten gefördert werden, wie dass den Schwächeren geholfen wird. Während der letzten Jahrzehnte wurde zurecht viel für weniger schnell Lernende unternommen. Doch nun ist es an der Zeit, auch etwas für die Leistungsstarken zu tun. Mit der vorgeschlagenen Teilrevision des Volksschulgesetzes geben wir den Bezirken die Möglichkeit (nicht aber die Verpflichtung), eine zusätzliche bilinguale Leistungsschule (SekPro) auf Sekundarstufe I einzuführen. Eine solche wird mit den Privatschulen konkurrenzieren können, den Kanton aber trotzdem nichts kosten. Gleichzeitig geben wir mit dieser Gesetzesänderung der Volksschule die Möglichkeit, sich an die gesellschaftlichen Veränderungen und Bedürfnisse, wie zum Beispiel ein bilinguales Bildungsangebot, anzupassen. Denn die optimale Bildung für jedes Kind darf nicht am Portemonnaie der Eltern scheitern. Eine SekPro auf Bezirksstufe gibt allen leistungswilligen Jungen in unserem Kanton die gleichen Chancen punkto Ausbildung, wie jenen, die sich teure Privatschulen leisten können. 

Deshalb stimme ich Ja für die Teilrevision des Volksschulgesetzes.

Dominik Zehnder, Bäch, Kantonsrat FDP.DieLiberalen

 

Nein zur Schwächung der Volksschule 

Der Bezirk Höfe hat für privilegierte Jugendliche eine bilinguale Leistungsklasse eingerichtet, um als Steuerstandort noch mehr Vorteile zu ergattern. Es ist hinlänglich ausgewiesen, dass Leistungsklassen für das Lernen keinen Vorteil bringen. Die «Abgänge» hin zu Privatschulen bedeuten für die Volksschulen absolut keine Schwächung. Es besteht kein Markt zwischen der unentgeltlichen Volksschule und den Privatschulen. Eines haben diese Büffelschulen jedoch gemeinsam. Sie suggerieren den Eltern, dass sie ihren Kindern bessere Chancen für einen Übertritt ins Gymnasium oder bessere Chancen auf dem Lehrstellenmarkt verschaffen. Leistungsklassen bringen nur mehr sinnlose Selektion in der sechsten Klasse, damit einige wenige Privilegien erhalten. Ausbaden müssen diese sinnlose Idee die 6.-Klass-Lehrpersonen. Zudem verstärkt die Idee der Büffelklassen in der Volksschule den Unterschied zwischen den Bezirken, da nicht jeder Bezirk in der Lage sein wird, solche Klassen – aus geografischen, personellen oder finanziellen Gründen – einzurichten. Die geplante Änderung widerspricht dadurch der im Volksschulgesetz verankerten Chancengleichheit. Dieses Problem wird noch verstärkt durch die 6.-Klass-Lehrpersonen, welche unterschiedlich selektionieren, da sie je nach Schülerzahlentwicklung unter mehr oder weniger Druck der Eltern stehen. Die Volksschule ist der Chancengleichheit verpflichtet, deshalb lehne ich die Änderung des Volksschulgesetzes ab.

Mirjam Walker, Wangen

 

Die Sekpro war das Beste

Unsere Tochter durfte erfolgreich die Leistungsklasse auf der Sekundarstufe I besuchen. Zu Beginn waren wir sehr unsicher und auch kritisch, ob diese Klasse das richtige für sie ist. Aber jetzt, nach Abschluss der Schulzeit, sind wir überzeugt, dass diese Leistungsklasse das Beste für sie war.

Das Argument, dass die Leistungsklassen auf der Sekundarstufe I mehrheitlich für gut situierte Familien sei, die die Kinder in eine Privatschule geben, trifft klar nicht zu, denn diese Schülerinnen und Schüler müssen die Leistungen sowie den geforderten Notendurchschnitt auch mitbringen. Auch gibt es Schülerinnen und Schüler, die nach der Sekpro nicht an die Kantonsschule gehen, sondern eine Lehre absolvieren.

Wir haben schon mehrmals von Eltern gehört, dass ihre Kinder, wenn sie einen Lehrvertrag unterschrieben haben, sich gar nicht mehr für die Schule interessieren und sich auch nicht mehr einsetzen. In der Sekpro ist dies anders, dort werden die Schülerinnen und Schüler bis zum letzten Tag der Schulzeit gefordert und gefördert. Aus diesem Grund hatte unsere Tochter nun auch einen sehr guten Start in der Lehre und macht so weiter wie in der Sekpro.

Wir stellen auch fest, dass es für die lernschwächeren Schülerinnen und Schüler sehr viele Angebote gibt, aber für die lernstarken Schülerinnen und Schüler leider fast keine.

Aus diesem Grund stimmen wir Ja zur Teilrevision des Volksschulgesetzes.

Manuela und Gert van der Meer, Pfäffikon

 

Keine weitere Selektion

Was als Prestigeprojekt für die Höfe begann, soll nun auf kantonaler Ebene gesetzlich verankert werden: die Möglichkeit der Schaffung von Leistungsklassen auf der Sekundarstufe I. Studien zeigen aber, dass homogene Leistungsklassen mittel- und auch langfristig keinen positiven Effekt auf den individuellen Leistungszuwachs bei den Schülerinnen und Schülern haben. Vielmehr führen die neu zu schaffenden Leistungsklassen dazu, dass keine soziale Durchmischung mehr stattfindet. Das widerspricht klar dem Integrationsgedanken der kantonalen sowie eidgenössischen Bildungsstrategie. Ich bin für eine zukunftsgerichtete Volksschule und stimme deshalb Nein zur Schaffung von Leistungsklassen auf der Sekundarstufe I.

Thomas Büeler, SP-Kantonsrat, Lachen

 

 

 

Die Bildung ist unser Rohstoff

In einem Hochlohnland wie der Schweiz ist Bildung der wichtigste Rohstoff. Sie ist die Quelle unseres Wohlstands.

Mit der Sekpro können die starken Sekschüler und -schülerinnen unter anderem die englische Sprache vertiefen. In vielen Berufen ist Englisch nicht mehr wegzudenken. Auch in handwerklichen Berufen sind Kenntnisse der englischen Sprache ein grosses Plus und eröffnen unserer Jugend Tür und Tor der weiten Welt. Die Stärke der Sekpro ist, dass sie auch für jene motivierten Schüler attraktiv ist, die sich für eine Lehre entscheiden. Ein Drittel der Sekpro Schüler entscheidet sich nämlich für eine Berufslehre. Allein daran ist zu erkennen, dass die Sekpro nicht den Anspruch hat, die Gymnasien mit einer klassischen humanistischen Bildung zu konkurrenzieren, sondern zu ergänzen.

Für unsere Wirtschaft und die Standortattraktivität ist die Bildung – neben Verkehr und Lebensqualität – in den Top-Drei-Faktoren vertreten. Firmen, welche in den Kanton Schwyz ziehen, achten sehr genau darauf, ihren Mitarbeitern und deren Kindern bei der Wahl des Firmenstandortes ein ausgezeichnetes Bildungs-angebot zu bieten. Die vorgeschlagene Änderung des Volksschulgesetztes ist eine gut ausgewogene Vorlage. Mit der «Kann» Formulierung entscheiden die Bezirke und deren Bevölkerung, ob sie dieses Bildungsangebot wollen. Wir als Bildungspartei legen mit Überzeugung ein Ja zur Änderung des Volksschul-gesetzes (VSG) in die Urne.

Norbert Knechtle, Präsidium CVP, Freienbach

 

 

 

Förderung für alle Schüler

Ich bin überzeugt, dass unsere Schülerinnen und Schüler ein Anrecht haben, bestmöglich gefördert und gefordert zu werden. Nur, was machen wir bis jetzt auf Sekundarstufe I für unseren leistungsstarken Nachwuchs? Während auf allen Stufen versucht wird, die Schwächen der Schüler zu schwächen, passiert in der Sek 1 wenig, um die Stärken unserer Jugendlichen zu stärken.

Am 27. September haben wir die Möglichkeit, den Schulträgern den Rahmen dafür bereitzustellen, indem wir ein Ja für die Änderung des Volksschulgesetzes (VSG) in die Urne legen.

Alle positiven Erfahrungen mit dem Schulversuch «SekPro» werden in Leserbriefen von betroffenen Eltern bestätigt. Bei einem Ja an der Urne ändert sich noch nichts, aber sie erlauben, dass die an der Sek1 Höfe begonnene Erfolgsgeschichte weitergehen kann. Kein Schulträger muss nach einem Ja an der Urne etwas ändern, aber er könnte, wenn er das Bedürfnis dazu erkennt.

Mit einem Ja möchte ich ermöglichen, Rahmenbedingungen zu schaffen, die den leistungsstarken Schülerinnen und Schülern zugutekommen, denn sie haben es ebenfalls verdient, gefördert zu werden.

Roger Züger, FDP-Kantonsrat,Schübelbach

Redaktion March24 &Höfe24