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Siebnen
31.08.2020

Fliessbandarbeit für einmal mit Pinsel

Und die Papierrolle läuft und läuft, am Boden liegen fertige und getrennte Streifen. (Bild: Paul A. Good)
Verschiedene Künstler gestalteten ein «Endlos-Kunstwerk» in der Werkhalle 30a in Siebnen.

Fällt das Wort «Fliessbandarbeit», so hat man in erster Linie industrielle Betriebe vor dem geistigen Auge, mit Sicherheit aber nicht Kunst. Aber genau das passierte am Samstag in der Werkhalle 30a in Siebnen. In einer Reihe sassen verschiedene Künstler nebeneinander an langen Tischen. Die «Sitzordnung» wurde autoritär bestimmt, der an erster Stelle sitzende Künstler begann sein Werk auf dem ab einer grossen Rolle permanent abgewickelten Streifen.

Nach drei Minuten schlug Urs Martin Traber, der diese Performance zusammen mit Eva Gratzl auf die Beine gestellt hatte, mit einem Holzkeilauf einen Gong (entsprechend der Örtlichkeit ein altes grosses Sägeblatt), und der Papierstreifen wurde ungefähr einen halben Meter weitergeschoben. So ging der Streifen Papier von Künstler zu Künstler, der zu den bereits bestehenden Motiven seine eigenen Ideen hinzufügte.

Besucher konnten Streifen kaufen

Das «Endlos-Kunstwerk» wurde, nachdem es den letzten Künstler passiert hatte, von Traber nach seinem Empfinden an einem bestimmten Punkt durchtrennt. So entstanden Bilderstreifen, die manchmal zwei, manchmal aber auch drei Meter oder noch länger waren, je nachdem, wo Urs Martin Traber den für ihn sinnvollen Schnitt angesetzt hatte.

Die Künstler brachten ihr eigenes Material mit. Sie malten, zeichneten, sprayten oder klebten mit unterschiedlichen Materialien. Die Besucher konnten die einzelnen Streifen oder von ihnen selbst bestimmte Abschnitte kaufen, pro Zentimeter Papier war ein Obolus von zwei Franken zu entrichten. Eine sehr interessante und spannende Performance.

Paul A. Good