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23.11.2022
22.11.2022 11:21 Uhr

Immer mehr Ausserschwyzer schlagen ihr Erbe aus

Bild: Adobe Stock
In zehn Jahren hat sich die Zahl der Nachlasskonkurse im Bezirk March mehr als verdreifacht, in den Höfen hat sich die Zahl verdoppelt. Über die Gründe können die Konkursämter nur spekulieren.

Wenn keines der Familienmitglieder etwas mit dem Erbe einer verstorbenen Person zu tun haben will, kommt das Konkursamt ins Spiel, welches die Erbschaft liquidiert. Ein Vergleich der Anzahl Fälle im Laufe der Jahre zeigt nun: Das kommt immer häufiger vor. Im Bezirk Höfe hat es allein schon vom Jahr 2020 aufs letzte Jahr beinahe eine Verdopplung der Nachlasskonkurse gegeben. Und auch in der March ist die Zunahme beträchtlich: Während es im Jahr 2011 gerade mal acht Fälle gab, waren es 2021, also zehn Jahre später, bereits 25 Fälle – mehr als dreimal so viele.

Teure Altersheime  

Der Anstieg könnte unterschiedliche Gründe haben. Einerseits sinkt das Vermögen älterer Personen immer mehr, da diese erstens immer älter werden und zweitens die Altersheime teurer geworden sind. Diese Beobachtung bestätigt Tania Da Costa, Stellvertretende Notarin beim Konkursamt March: «Schulden bei älteren Menschen hängen oft mit den stetig wachsenden Alters- und Pflegeheimkosten zusammen. »

Familienstreitigkeiten

Andererseits beobachten die Konkursämter, dass heute die Bindungen innerhalb der Familie loser sind als früher. «Die Nachkommen wissen nicht oder zu wenig über die finanzielle Situation der verstorbenen Person Bescheid», sagt Adrian Gygax, Leiter des Konkursamts Höfe. Laut Gygax wird im Bezirk Höfe rund jedes zweite Verfahren mangels Aktiven eingestellt. Das heisst: Das vorhandene Vermögen der verstorbenen Person reicht nicht einmal zur Deckung der Verfahrenskosten aus. Gläubiger gehen dann leer aus.

Anouk Arbenz, March24&Höfe24