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Geld & Energie
22.09.2022

Stadtrat stellt die Strassenlampen nicht ab

Trotz drohender Energiemangellage: Den Start der Eislaufsaison will der Stadtrat von Zürich nicht verschieben. (Archivbild)
Trotz drohender Energiemangellage: Den Start der Eislaufsaison will der Stadtrat von Zürich nicht verschieben. (Archivbild) Bild: KEYSTONE/PATRICK B. KRAEMER
Der Zürcher Stadtrat hat eine zweite Welle von Energiesparmassnahmen beschlossen. Die Temperatur in Verwaltungsgebäuden wird reduziert, historische Bauten werden nicht mehr beleuchtet, Strassenlampen bleiben an.

Die Eislaufsaison wird nicht verschoben, wie der Stadtrat am Mittwoch mitteilte.

In den Verwaltungsgebäuden der Stadt Zürich wird es damit im Winter maximal 19 Grad warm. In Räumen, die nicht regelmässig verwendet werden, bleibt es bei 15 Grad. Und in Gebäuden und Räumen, die nicht beheizt werden müssen, soll die maximal mögliche Temperaturabsenkung erfolgen, schreibt der Stadtrat in einer Medienmitteilung.

Der Stadtrat verzichtet aber darauf, bei den städtischen Ausseneisbahnen erst später in die Saison zu starten. "Die Massnahme würde die Vereinstätigkeit der Eissportarten stark beeinträchtigen", begründet er diesen Entscheid.

Und auch von der Idee, die Weg- und Strassenbeleuchtung ausserhalb der VBZ-Betriebszeiten auszuschalten, hat er nach vertiefen Abklärungen nun Abstand genommen. Dies wäre problematisch, hält der Stadtrat fest. Diese Option werde "aus Gründen der Sicherheit, der technischen Machbarkeit und von regulatorischen Bestimmungen derzeit nicht weiterverfolgt".

Temperatur in Bädern reduziert

Vor zwei Wochen hatte die Stadt bereits erste Sofortmassnahmen ergriffen. Es wurden unter anderem die Beleuchtung in öffentlichen Gebäuden - insbesondere in Gängen und Treppenhäusern - verringert und die Wasser- und Lufttemperatur in den Hallenbädern um ein Grad reduziert. Seither werden auch die Dienstfahrzeuge seltener gewaschen und eingesetzt. Zudem wurden einige Netzbrunnen abgestellt.

Mit diesen Sofortmassnahmen lassen sich über den Winter rund 865'000 Kilowattstunden Energie einsparen, hat die Energie-Taskforce der Stadt nun berechnet. Dies entspricht gemäss Mitteilung dem Stromverbrauch von rund 1100 städtischen Haushalten in dieser Zeit.

Mit den am Mittwoch beschlossenen Massnahmen der zweiten Stufe erwartet der Stadtrat im nächsten Halbjahr weitere Einsparungen in Höhe von rund 2 Millionen Kilowattstunden (2550 Haushalten).

Versorgung ist gewährleistet

Derzeit sei die Versorgung der Stadt Zürich mit Strom und Gas gewährleistet, heisst es in der Mitteilung des Stadtrates weiter. "Aufgrund der geopolitischen Lage will der Stadtrat aber weitere Vorkehrungen treffen, um eine Mangellage zu verhindern."

Er will auch weiterhin Energiesparmassnahmen, die sich rasch umsetzen lassen und keine grossen Leistungseinbussen mit sich bringen, laufend prüfen und falls möglich umsetzen.

Dazu sind auch alle Dienstabteilungen aufgerufen. Diese haben teilweise bereits Schritte eingeleitet. So ersetzt Liegenschaften Stadt Zürich als Eigentümerin von Gebäuden nun rund 2000 Gasherde schneller als geplant. Organisation und Informatik wird noch im September Energieeinsparungen bei den IT-Standardbüroarbeitsplätzen erzielen, indem Geräte neu in den Hibernations-Mode, einen speziellen Ruhezustand, versetzt werden.

Keystone-SDA/March24&Höfe24