Home Region In-/Ausland Sport Agenda Magazin
Kanton
29.06.2020

Ganz junge Schwyzerinnen treiben kaum ab

Im Kanton Schwyz brachen im letzten Jahr 83 Frauen die Schwangerschaft ab. Die Abbruchrate ist die tiefste in der ganzen Schweiz. Unter 16-Jährige haben seit 2011 nicht mehr abgetrieben.

Noch nie wurden seit 2007 im Kanton Schwyz weniger Schwangerschaftsabbrüche vorgenommen als im letzten Jahr. Laut Zahlen des Bundesamts für Statistik (BFS) lag die Rate pro 1000 Frauen bei nur noch 2,9 – im Jahr zuvor lag sie noch bei 3,9. Nur zweimal in den letzten 13 Jahren kam man in die Nähe eines solchen Wertes, in den Jahren 2009 (3,1) und 2017 (3,3). Oft lag die Quote sogar über 4, nämlich 2008, 2012, 2013, 2014 und 2015.

Tiefe Zahlen im Kanton Schwyz

Aber auch diese Werte sind im Vergleich nicht hoch. Generell ist die Abtreibungsquote in der Zentralschweiz stets am tiefsten in der ganzen Schweiz.

Mit Abstand am höchsten ist sie im Kanton Genf. Die Quote lag dort stets über 10, am höchsten war sie im Jahr 2007 mit 14,2. An zweiter Stelle folgt der Kanton Waadt mit Werten zwischen 8 und 10,4. In absoluten Zahlen lagen die Schwangerschaftsabbrüche im Kanton Schwyz in den letzten 13 Jahren zwischen 83 und 127.

Besonders erfreulich: Im Kanton Schwyz gab es seit 2011 keine Schwangerschaftsabbrüche von unter 16-Jährigen mehr. Damals mussten zwei Mädchen abtreiben wie auch in den Jahren 2010 und 2008, im Jahr 2009 war ein Mädchen betroffen. Insgesamt gab es bei Mädchen im Schutzalter also nur sieben Abtreibungen seit dem Jahr 2007. Am meisten junge Mädchen trieben im letzten Jahr in den Kantonen Genf (9) und Waadt (10) ab.

Wer unter 16 Jahre alt ist, muss sich bei einer Beratungsstelle der sexu-ellen Gesundheit beraten lassen, um abtreiben zu können. Die Eltern müssen davon nicht zwingend erfahren.

89 Prozent aller Schwangerschaftsabbrüche wurden 2019 im Kanton Schwyz medikamentös vorgenommen, 11 Prozent chirurgisch.

Abbruch bleibt straflos

Der Schwangerschaftsabbruch ist gemäss den neuen Bestimmungen des Strafgesetzbuches straflos, wenn ihn die Frau in den ersten zwölf Wochen seit Beginn der letzten Periode schriftlich verlangt und eine Notlage geltend macht. Nach diesem Zeitpunkt ist der Abbruch einer Schwangerschaft ebenfalls straflos, wenn der Arzt entscheidet, dass er nötig ist, damit die Gefahr einer schwerwiegenden körperlichen Schädigung oder einer schweren seelischen Notlage abgewendet werden kann. Die Gefahr muss allerdings umso grösser sein, je fortgeschrittener die Schwangerschaft ist.

Daniel Koch, March24