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Freizeit
11.08.2022
10.08.2022 16:55 Uhr

Anleitung zum Ecoprinting: So bekommst du den Pflanzendruck richtig hin

Bild: Anouk Arbenz, Redaktion March24 & Höfe24
Beim Eocprinting handelt sich um eine Technik des Pflanzendrucks, bei der die Blätter ihre Farbe direkt auf das Papier oder den Stoff übertragen. Das heisst also, dass keine fremden Farben dazugegeben werden. Eine kurze Foto-Anleitung.

Seinen Ursprung fand der Ecoprint sehr wahrscheinlich 1999 durch die australische Künstlerin India Flint, die die hohe Färbekraft von Eukalyptusblättern entdeckte und nutzte und mit diesen und anderen Pflanzen direkt auf Natursfasern druckte. 

Geeignet sind helle Naturfaserstoffe wie Wolle und Seide, aber auch die fürs Färben bekannten pfd-Stoffe. Barbara Bucher aus Pfäffikon (www.marchseife.ch) arbeitet jedoch am Liebsten mit verschiedenen Papieren. Uns hat sie erklärt, wie Ecoprinting auf dem Papier funktioniert:

Barbara Bucher hat das Ecoprinting-Fieber gepackt. Bild: Anouk Arbenz, Redaktion March24 & Höfe24

1. Papier und Stoff einweichen

In einem ersten Schritt wird das Papier eingeweicht. Auch der Stoff, auf den das Papier anschliessend gelegt wird, muss nass sein. 

2. Beizen hinzugeben

Damit die Naturfarben gut an den Stoffen haften und auch fixiert werden, wird mit Beizen gearbeitet. Beizen sind in Wasser gelöste Metallsalze. Der Metallanteil geht eine Verbindung mit der Farbe und der Stofffaser ein, wirkt zugleich farbintensivierend und auch farbverändernd. Gearbeitet wird mit Aluminiumsulfat, Eisen- und Kupfersulfat.

  • Bild: Anouk Arbenz, Redaktion March24 & Höfe24
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3. Blätter und Blüten sammeln

Blätter von Ahorn, Birke, Brombeere, Eberesche, Eukalyptus, Eiche, Geranium, Perückenstrauch, Rose und Walnuss verfügen über genügend Tannine und Säuren, um deutliche Abdrücke zu liefern. Blüten, die sich für das Eco-Printing eignen, sind zum Beispiel Johanniskraut, Glockenblumen, Malven, Geranien und Petunien. In die rostigen bis grau-schwarzen Abdrücke mischen sich dann auch die Farbkleckse der Blumen.

 

Bild: Anouk Arbenz, Redaktion March24 & Höfe24

4. Blätter und Blüten auf das Papier legen

So, wie es dir gefällt: Lege deine zuvor im Wald oder Garten gesammelten Blüten und Blätter (von ganz nach deinem Geschmack und Gusto aufs Papier. Falls du genau wissen willst, wie welche Pflanzenart mit welchen Beizen reagiert, hilft dir Barbara Bucher auf ihrer Webseite weiter. Klar ist aber: Du wirst nie zweimal dasselbe Ergebnis erhalten. Also lass dich überraschen!

Bild: Anouk Arbenz, Redaktion March24 & Höfe24
Bild: Anouk Arbenz, Redaktion March24 & Höfe24

5. Einwickeln

Je nach Lust kannst du nochmals etwas Beizen mit einer Pipette drauftropfen, um die Farben noch stärker rauszuholen. Am Schluss das Ganze mit einem zweiten Papier zudecken und danach mit dem Stoff und einem Holzzylinder einwickeln. Mit Seidenperl- oder Baumwollgarn wird das «Päckli» dann befestigt.

Bild: Anouk Arbenz, Redaktion March24 & Höfe24
Bild: Anouk Arbenz, Redaktion March24 & Höfe24
Alternativ können die Blätter auch mit Metallplatten zusammengepresst und statt gedämpft im Wasser gekocht werden. Bild: Anouk Arbenz, Redaktion March24 & Höfe24

6. Dämpfen / kochen

Die verschnürte Stoffrolle wird dann in einen Topf mit Siebeinsatz gegeben und einem Dämpfvorgang ausgesetzt (ca. 45 Minuten). Beim Kochen ist es etwas weniger (ca. 30 Minuten). Barbara Bucher: «Je nachdem koche ich die Rolle noch in einem Farbsud, zum Beispiel in einem blauen Sud aus Blauholz oder einem gelben Sud aus Kurkuma.» Das gibt dem Papier am Schluss eine etwas stärkere Farbe (in diesem Fall Blau oder Gelb).

7. Abwarten

Auskühlen lassen: Vielleicht das Schwierigste an der ganzen Sache, denn die Neugier ist gross. Aber es zahlt sich aus, ein paar Stunden oder sogar einen ganzen Tag zu warten, bevor es ans Auswickeln geht, denn so kann der Färbeprozess noch intensiviert werden.

 

8. Der schönste Moment

Jetzt wird ausgewickelt, entrollt und entfaltet. Die Pflanzenreste wandern in den Kompost, und auf den Stoffen und Papieren haben sie sich in Konturen, Flächen, Schraffierungen und Skizzen verewigt. «Jedes Mal wieder ein schönes Gefühl. Ich finde es sehr spannend, diese grosse Kraft, die in einem Blatt verborgen ist, zutage zu fördern», so Barbara Bucher.

Bild: Anouk Arbenz, Redaktion March24 & Höfe24
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So sieht es aus, wenn das Papier mit den Metallplatten gepresst wurde statt auf den Holzzylinder gerollt. Bild: Anouk Arbenz, Redaktion March24 & Höfe24
Anouk Arbenz, Redaktion March24 & Höfe24