Home Region Sport Agenda In-/Ausland Magazin
Sport
30.07.2022

Grosse Hauptprobe auf dem Brünig steht bevor

Mike Müllestein (links) kehrt auf dem Brünig in den Sägemehlring zurück. Müllestein und seine Schwyzer Kollegen wollen die historische Niederlage ohne Kranzgewinn vom letzten Jahr vergessen machen.
Mike Müllestein (links) kehrt auf dem Brünig in den Sägemehlring zurück. Müllestein und seine Schwyzer Kollegen wollen die historische Niederlage ohne Kranzgewinn vom letzten Jahr vergessen machen. Bild: Archiv
Vier Wochen vor dem Saisonhöhepunkt in Pratteln haben die Schwyzer am Brünig-Schwinget am Sonntag etwas gutzumachen.

Spitzenpaarungen Brünig-Schwinget


Giger Samuel, S ***, Ottenberg (TG)      –––––––––      Aeschbacher Matthias, S ***, Sumiswald (ET)

Reichmuth Pirmin, S ***, Cham-Ennetsee (ZG)      –––––––––      Walther Adrian, S **, Worblental (ML)

Wenger Kilian, S ***, Niedersimmental (BO)     –––––––––     Schlegel Werner, S **, Wattwil (SG)

Orlik Armon, S ***, Unterlandquart (GR)     –––––––––     Käser Remo, S ***, Kirchberg (OA)

Nötzli Reto, T ***, March-Höfe (SZ)      –––––––––     Anderegg Simon, S ***, Meiringen (BO)

Schneider Domenic, S ***, Ottenberg (TG)     –––––––––      von Weissenfluh Kilian, T ***, Hasliberg (BO)

Schuler Christian, S ***, Einsiedeln (SZ)     –––––––––     Sempach Thomas, S ***, Oberdiessbach (ET)

Müllestein Mike, S ***, am Mythen (SZ)      –––––––––     Orlik Curdin, S ***, Frutigen (BO)

Leuppi Samir, S ***, Winterthur (ZH)      –––––––––     Kämpf Bernhard, S ***, Thun (BO)

Fankhauser Erich, S ***, Entlebuch (LU)      –––––––––     Roth Martin, S ***, Herisau (AP)

Unter besonderen Vorzeichen steht am Sonntag der traditionelle Brünig-Schwinget. In der Naturarena auf der Passhöhe kommt es zwischen den drei stärksten Verbänden Bern, Nordostschweiz und Innerschweiz zur letzten grossen Hauptprobe und daher auch zu einem aufschlussreichen Test vier Wochen vor dem Saisonhöhepunkt in Pratteln. Nun müssen die Karten endgültig auf den Tisch. Ein gutes Resultat kann den nötigen Motivationsschub bewirken und bestätigen, dass der Fahrplan für den Titelkampf stimmt.

Samuel Giger in der Favoritenrolle

Der Bergfestklassiker bedeutet für die Fans des Schwingsports ein weiteres Kapitel im ewigen Prestigeduell zwischen den Innerschweizern und den Bernern. Sie treten mit je fünfzig ausgewiesenen Kranzschwingern an. Diesmal sorgen zwanzig Gäste aus der Nordostschweiz für das nötige Salz in der Suppe.

Die Ausgangslage präsentiert sich aufgrund der vorliegenden Saisonresultate offen. Es gibt mehrere Kandidaten für den heiss umkämpften Triumph. Dreh- und Angelpunkt dürfte der bisherige Dominator Samuel Giger sein. Der Königsanwärter Nummer 1 ist mit seinen Standschwüngen, aber auch dank seiner Bodenarbeit auf einem sehr hohen Niveau angelangt. Seine Bilanz: fünf Feste, vier Siege und noch keine Niederlage. Zuletzt beeindruckte der 24-Jährige am Nordostschweizerischen mit einem makellosen Notenblatt. Er zog sich jedoch an diesem Wettkampf eine Nackenblessur zu, die ihn zu einer Pause zwang. Hinter Giger dürften die Nordostschweizer auf Armon Orlik, Domenic Schneider, Samir Leuppi und den Jungspund Werner Schlegel zählen.

Nimmt die Favoritenrolle ein: Samuel Giger. Bild: Franz Feldmann

Gnägi, Stucki und Staudenmann nicht dabei

Die Berner verfügen nach wie vor über die stärkste Mannschaft aller fünf Teilverbände. Sie müssen am Sonntag allerdings auf den verletzten dreifachen Saisonsieger Florian Gnägi verzichten. Auch Christian Stucki und Fabian Staudenmann sind nicht dabei.

Das ausgeglichene Team wird von Titelverteidiger Kilian Wenger angeführt. Der Schwingerkönig von 2010 tauchte vor einer Woche auf dem Weissen­stein gleich zweimal ins Sägemehl, holte am Schluss trotzdem den 100. Kranz in seiner glanzvollen Karriere. Da liegt ihm der Brünig schon viel besser. Wenger kam bisher viermal in den Schlussgang und ging dabei zweimal als Sieger vom Platz.

Der Hakenspezialist Matthias Aeschbacher, nach seinem überlegenen Triumph auf dem Weissensteinn, der Berner-Fest-Sieger Adrian Walther, Curdin Orlik, Bernhard Kämpf, Simon Anderegg, Remo Käser und Kilian von Weissenfluh zählen zum engeren Favoritenkreis.

Reto Nötzli des Schwingklubs March-Höfe tritt am Wochenende gegen Simon Anderegg an. Bild: Archiv

Reto Nötzli mit dabei

Letztes Jahr setzte es für die Schwyzer eine historische Niederlage ab. Erstmals seit Jahrzehnten gingen sie bei der Kranzverteilung leer aus. Allerdings fehlten damals die beiden Leistungsträger Christian Schuler und Mike Müllestein. Diesmal bilden sie zusammen mit dem Ausserschwyzer Reto Nötzli wieder ein starkes Trio.

Schuler möchte nach einer vierwöchigen Wettkampfpause zurück auf die Erfolgsspur. Nach dem Schlussgang auf dem Stoos traut man Schuler eine ähnlich gute Leistung zu. Sein Minimalziel dürfte der Gewinn des zehnten Brünig- Kranzes sein. Der Schwyzer-Kantonalfest-Sieger Mike Müllestein ist nach den Schwindelanfällen auf der Rigi wieder fit. 

Simon Gerber, freier Mitarbeiter