Home Region Sport Agenda In-/Ausland Magazin
Region
31.07.2022
27.07.2022 08:03 Uhr

Hochwasserschutz in March und Höfen: Das ist geplant

So könnte ein Geschiebesammler in Ausserschwyz aussehen. Dieses dient dazu, grosses Material zurückzuhalten.
So könnte ein Geschiebesammler in Ausserschwyz aussehen. Dieses dient dazu, grosses Material zurückzuhalten. Bild: Twitter
In den Märchler Gemeinden Altendorf, Galgenen und Schübelbach sind verschiedene Massnahmen geplant oder bereits umgesetzt. Für den Hochwasserschutz und die Revitalisierung am Krebsbach, Sihleggbach und Roosbach in den Höfen liegen die Baugesuche vor.

Bereits vor etwa zwei Jahren suchte der Bezirk Höfe das Gespräch mit den rund 60 betroffenen Landeigentümern am Krebs-, Sihlegg- und Roosbach. Unwetter im Jahr 2016 hatten in den Höfen erhebliche Schäden angerichtet. Auf diversen Grundstücken entlang der betroffenen Gewässer sind jetzt Hochwasserschutz- und Revitalisierungsmassnahmen vorgesehen. Ziel dieser Massnahmen ist es, dass bei einem Hochwasser die Wassermassen sicher im Bachgerinne abfliessen können. 

Baubeginn frühestens im Sommer 2023

Seit dem 8. Juli liegen die Umweltverträglichkeitsprüfung sowie die Bau- und Rodungsgesuche für die Arbeiten an Krebs-, Sihlegg- und Roosbach auf den drei Höfner Gemeinden öffentlich auf. Wenn alles optimal läuft, könnte frühestens Ende dieses Jahr die Baubewilligung vorliegen. «Mit der baulichen Ausführung können wir frühestens im Frühsommer 2023 starten», informiert Thomas von Atzigen, Technischer Leiter Ressort Umwelt des Bezirks.

Auf diesem Plan mit Massstab 1:10 000 zeigt das rot eingefärbte Gebiet das Einzugsgebiet der Bäche, bei denen Massnahmen nötig sind. Die Hochwasserschutz- und Revitalisierungsarbeiten finden im Bereich der blau eingezeichneten Gewässer, von Schindellegi bis und mit Einfluss in den Zürichsee, statt. Bild: zvg

Massnahmen gehen ins Geld

Das gesamte Hochwasserschutz- und Revitalisierungsprojekt kostet 16,67 Millionen Franken. Davon übernehmen voraussichtlich Bund und Kanton die eine Hälfte. Die andere Hälfte teilen sich der Bezirk Höfe und seine drei Gemeinden: 4,745 Mio. Franken bezahlt der Bezirk Höfe, Wollerau trägt als am meisten betroffene Gemeinde mit 4,225 Millionen Franken die grösste Last.

An Feusisberg bleiben nur noch 380'000 Franken und an Freienbach 145'000 Franken hängen. Deshalb musste in Feusisberg und Freienbach auch nicht über diese Projekte abgestimmt werden.

Grund, am Hinterberg in Galgenen, letztes Jahr. Bild: Pius Hauser

Wanderweg in Galgenen wird verlegt

In Galgenen hat sich laut Präsident René Häberli und Gemeindeschreiber Patrick Fuchs gezeigt, dass es in Zukunft einen besseren Zugang zu Böschungen und Gewässern braucht, um Hindernisse einfacher beseitigen und Gewässerläufe entstopfen zu können. «Geschiebesammler an den richtigen Orten vermögen den Wassermassen das Geröll grösstenteils zu entziehen», stellt Fuchs fest.

Beim Chappelibach im Chappelihof in Schübelbach ist ein Einlaufbauwerk geplant. Bild: Roger Tschümperlin

Der Wanderweg im Gebiet Lediberg/Mutzenbue werde mehrere Meter weiter weg vom Bachport verlegt, um bei einem künftigen Starkregenereignis weniger exponiert zu sein. Der Bannwald habe seine wich-tige Schutzfunktion erfüllt, müsse nun aber aufgeforstet werden, da er durch den Hagel enorme Schäden davontrug, heisst es im Fazit der Gemeinde Galgenen weiter.

Viele unterirdische Bäche in Schübelbach

In Siebnen ist es das Kraftwerk Wägital, welches das Dorf bei extremen Niederschlägen vor den Wassermassen schützt. «Das Kraftwerk ist unsere Versicherung», so Gemeindepräsident Othmar Büeler. In Schübelbach wurde der Chappelibach beim Chappelihof als «Problemkind» eruiert. Hier soll künftig ein Einlaufbauwerk verhindern, dass sich das Rohr verstopft und es folglich zu Überschwemmungen kommt. «Das geht man nun an», berichtet Büeler. Weiter sei geplant, den Geschiebesammler beim Dürrbach zu verbessern und diverse Eindolungen in der Gemeinde zu sanieren. Da be-sonders viele Bäche unterirdisch verlaufen würden, sei in Schübelbach der Oberflächenabfluss ein grosses Thema.

In Altendorf ist man bereits einen Schritt weiter: An der Vorderbergstrasse im Gebiet Rüteli wurden bereits die Bachdurchläufe vergrössert und die Strasse aufmodelliert (wir berichteten).

Überblick zu den Gefahrenzonen in Sachen Oberflächenabfluss. Dabei handelt es sich um Wasser, das nicht unterirdisch abfliessen kann und sich deshalb an der Oberfläche sammelt. Bild: WebGis Kanton Schwyz
Anouk Arbenz und Patrizia Baumgartner, Redaktion March24 & Höfe24