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01.07.2022

Ab heute gilt die «Ehe für Alle»

Bislang konnten gleichgeschlechtliche Paare lediglich eine eingetragene Partnerschaft beantragen. Ab heute können sie offiziell heiraten. (Symbolbild)
Bislang konnten gleichgeschlechtliche Paare lediglich eine eingetragene Partnerschaft beantragen. Ab heute können sie offiziell heiraten. (Symbolbild) Bild: KEYSTONE/GAETAN BALLY
Ab heute dürfen sich gleichgeschlechtliche Paare das Jawort geben. Terminanfragen hat es beim Zivilstandsamt Ausserschwyz aber erst etwa eine Handvoll gegeben.

Das Ja zur «Ehe für alle» wird per heute gesetzlich umgesetzt. Auch gleichgeschlechtliche Paare können sich jetzt also auf dem Zivilstandsamt Ausserschwyz das Jawort geben und gelten somit offiziell als Eheleute. Peter Forrer, Leiter Zivilstandsamt Ausserschwyz, geht deshalb davon aus, dass die Eheschliessungen anziehen werden.

Deutlicher Anstieg von eingetragenen Partnerschaften

Noch hält sich der Ansturm aber in Grenzen. Forrer spricht von einer «Handvoll» Reservierungen. Genaue Zahlen lägen nicht vor, denn «wir machen keinen Unterschied zwischen gleichgeschlechtlichen und Heteropaaren». Die Arbeit bleibe für sie gleich, lediglich ein paar Formalitäten und Begriffe hätten angepasst werden müssen.

Deutlicher spürbar sei aber der Anstieg der Umwandlungen von einer eingetragenen Partnerschaft in eine Ehe. «Hier wird es interessant zu sehen, wie dies in zwei bis drei Jahren aussieht – ob es mehr Ehen oder mehr eingetragenen Partnerschaften geben wird», sagt Forrer.

Keine eingetragenen Partnerschaften mehr möglich

Denn neu können ab heute auch keine Partnerschaften eingetragen werden. «Zur Umwandlung ist man aber nicht gewzungen. Eingetragene Partnerschaften, die vor dem heutigen Tag begründet worden sind, bestehen unverändert weiter», erklärt der Leiter des Zivilstandsamts.

Einer der Gründe, weshalb jetzt viele gleichgeschlechtliche Pärchen ihre eingetragene Partnerschaft in eine Ehe umwandeln wollen, ist, dass ihnen dann auch die gemeinsame Adoption und der Zugang zur Fortpflanzungsmedizin offensteht.

Bei der Umwandlung gebe es zwei Möglichkeiten: Entweder erfolgt diese ohne Trauung, dann wird ein Termin beim Standesamt vereinbart, wo eine Umwandlungserklärung unterschrieben wird, oder es ist eine Umwandlung mit öffentlichem Charakter und einem mündlichen Versprechen. «In beiden Fällen wird die Ehe mit der Unterzeichnung rechtskräftig», erlärt Forrer.

Keine Wartefrist mehr

Die Eheschliessung in der Schweiz erfolgt in zwei Schritten: In einem ersten Schritt wird das Ehevorberei­tungs­verfahren durchgeführt. In einem zweiten Schritt folgt die Trauung, welche die Ehe­schliessung vollzieht.

Seit 2020 gibt es keine Wartefrist von 10 Tagen mehr, um heiraten zu können. «Das heisst, dass bereits nach dem Gespräch – bei dem wir feststellen, ob die beiden die Voraussetzungen für die Ehe erfüllen – geheiratet werden kann», erklärt Peter Forrer.

Anfragen nach einer solchen «Kurzhochzeit» hätten zugenommen. (aa)

Anouk Arbenz, Redaktion March24 & Höfe24