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19.05.2022
19.05.2022 15:49 Uhr

Dies lief in den Höfen und der March vor 50 Jahren

Im Kanton Schwyz wurde den Frauen das Stimm- und Wahlrecht auf Kantons- und Gemeindeebene erst ein Jahr nach dem Stimm- und Wahlrecht auf Bundesebene erteilt.
Im Kanton Schwyz wurde den Frauen das Stimm- und Wahlrecht auf Kantons- und Gemeindeebene erst ein Jahr nach dem Stimm- und Wahlrecht auf Bundesebene erteilt. Bild: Keystone
1972 erlangten im Kanton Schwyz auch die Frauen das Stimm- und Wahlrecht auf Kantons- und Gemeindeebene. Doch nicht nur das sorgte vor 50 Jahren in Ausserschwyz für Schlagzeilen.

Was lief in Ausserschwyz früher denn so? Das Durchblättern der Ausgaben des «Höfner Volksblatts» und des «March-Anzeigers» von vor 50 Jahren geben Aufschluss. Eine kleine Zeitreise ins Jahr 1972. 

Ein Kindergarten für Altendorf

Eines der Geschenke, welches Altendorf zum 1000. Geburtstag bekam, war ein Kindergarten. Dieser wurde am 1. Mai im Hinterfeld eröffnet. Die Kinder wurden zusammen mit den Eltern empfangen und über den Unterricht informiert. Damals mussten 40 Kinder für den Halbtagesunterricht aufgeteilt werden. Ein halbes Jahrhundert später feiert die Seegemeinde ihren 1050. Geburtstag – die Festlichkeiten finden am 17. und 18. September statt.

Schwyzer Frauen mischen die Politik auf

Im Jahr 1971 erhielten die Schweizerinnen das Wahl- und Stimmrecht. Nicht so aber in diesem Kanton, wo das Paradox herrschte, dass die weibliche Bevölkerung zwar auf Bundes-, nicht aber auf Kantons- und Gemeindeebene mitbestimmen durfte. Umso mehr Erwähnung fanden die Schwyzerinnen, als sie ein Jahr später dann doch Politik machen durften. So gratulierte der «March-Anzeiger» Elisabeth Betschart-Krieg, welche am 14. Mai 1972 als erste Frau überhaupt in den Gemeinderat gewählt wurde.

Betschart-Krieg stammte ursprünglich aus Galgenen, wo sie bis zu ihrer Heirat mit 30 Jahren in der Familienhilfe March tätig war. Mit nur 38 Jahren wurde die Mutter von drei Kindern Witwe, doch dies sollte sie nicht daran hindern, in die Fussstapfen ihres Ehemannes zu treten, welcher zu Lebzeiten selber als Gemeinderat amtierte.

In den Kantonsrat schafften es übrigens je eine Märchlerin und eine Höfnerin. Erstere war die Altendörfler Lehrerin Frieda Ziegler-Seifert (CVP), Letztere die Pfäffiker Hausfrau Ruth Amacker-Hauser (SP).

Tollwut im Wägital

Im Wägital beschäftigten Tollwutfälle die Bevölkerung. Der erste Fall wurde am 1. Mai entdeckt: Ein verendeter Fuchs wurde in der Au in Innerthal gefunden. Tags darauf folgte der zweite Fall in Vorderthal und am 3. Mai kam ein weiterer toter Fuchs zwischen der Staumauer und der Schrähbachbrücke zum Vorschein.

Doch nicht nur den Füchsen konnte die Krankheit nachgewiesen werden, auch ein Dachs war betroffen. Dieser hatte bei der Familie Diethelm in Innerthal in der Nacht für aussergewöhnlichen Lärm gesorgt, worauf die Hausbewohner sich in den Viehstall begeben hatten und dort ihre verletzten Tiere vorfinden mussten. Zu letzterem Geschehnis schrieb der «March-Anzeiger»: «Dieser erneute Fall zeigt, wie prekär die Lage im Hinblick auf die bald vonstattengehende Alpauffahrt ist.»

Wollerau hat grosse Pläne für die Bezirksschule

Das Schulhaus Riedmatt war auch schon vor 50 Jahren im «Höfner Volksblatt» ein Thema. An der Gemeindeversammlung stimmten die Wollerauerinnen und Wollerauer mit 967 Ja- zu 136 Nein-Stimmen für den Bau der Schulanlage. Umgesetzt werden sollte der Gebäudekomplex in zwei Etappen.

Geplant waren in der ersten Etappe Räume für die Real- und Sekundarschule sowie eine Grossraumturnhalle und ein Singsaal. Nun, 50 Jahre später, wird die MGH abgerissen. Was wohl viele nicht wissen: Ebendiese Turnhalle hätte eigentlich als Kleinschwimmhalle umgesetzt werden sollen. Das Bezirksschulhaus Riedmatt wurde übrigens 1974 bezogen.

Sport im Freien: der Vita-Parcours

Zu mehr Sport in der Natur antreiben sollte der Vita-Parcours «Bachtobel» in Wollerau. Die Idee der Freiluftsportanlage hatten drei anerkannte Fachleute auf den Gebieten Wald, Freizeitanlage und Leibesübung. Als sie das Projekt der Direktion der VITA Lebensversicherungs-AG vorlegten, war diese begeistert und erklärte sich als Sponsor bereit.

Der Vita-Parcours in Wollerau lockt noch heute Freunde des Sports an. Bilder im «Höfner Volksblatt» zeigten Familien, welche an den Ringen schwangen, Beweglichkeitsübungen machten und am Itlimoosweiher über kleinere und grössere Holzblöcke sprangen. Übrigens: Laut SRF wurden seit der Erfindung der Freiluftsportanlage 1968 schweizweit rund 500 weitere eröffnet.

Erika Unternährer, Redaktion March24 & Höfe24