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Sport
12.05.2022

Erster Cupsieg zwei Jahre nach dem NLA-Rücktritt

Jacqueline Hasler-Petrig in Aktion
Jacqueline Hasler-Petrig in Aktion Bild: handball.ch
Die Einsiedlerin Jacqueline Hasler-Petrig schoss am Wochenende im Handball Cupfinal das entscheidende Tor. Jetzt stehen die Playoff-Finals bevor, die 34-Jährige will jedoch niemandem den Platz wegnehmen.

Mit ihrem Comeback am samstäglichen Cupfinal gab Handballspielerin Jacqueline Hasler-Petrig den Rücktritt vom Rücktritt – aber nur für den aktuellen Monat Mai, wie sie am Telefon klarstellt. «Ich besuchte diese Saison jeweils einmal pro Woche das Training beim LK Zug», so die 34-jährige Rückraumspielerin. Als sich mit Celia Heinzer jedoch kürzlich die Topscorerin des Zuger NLA-Teams verletzte, musste Ersatz her. So fragten die Trainer die eigentlich zurückgetretene Einsiedlerin an, ob sie für den Cupfinal sowie die Playoff-Finals wieder ins Matchtrikot steigen würde. Sie sagte nach Rücksprache mit der Familie zu. «Leider verpasse ich so den U14-Play-off Final meiner ältesten Tochter Nina », so die Klosterdörflerin.

Entscheid in extremis

Doch was passierte überhaupt im Cupfinal am letzten Samstag? Der Spielstand zwischen dem LK Zug und den Spono Eagles in der Gümliger Mobiliar Arena lautete 16:16 Unentschieden zur Halbzeit), wie auch nach 60 Minuten Spielzeit (30:30) und erneut nach zehn Minuten Verlängerung (34:34).

Also musste der Entscheid über den Titel im Penaltyschiessen fallen, was im Handball sehr selten vorkommt. Nach je drei von fünf Versuchen stand es 2:2. Dann versenkte Hasler-Petrig ihren Penalty und sorgte für die Zuger 3:2-Führung. In der Folge verschossen je eine Akteurin der Eagles und Zug. Xenia Hodel (Eagles) hatte die fünfte und letzte Chance zum Ausgleich. Ihr Schuss wurde jedoch von LKZ-Goalie Jennifer Abt pariert – der Endstand blieb bei 3:2.

Hasler-Petrig verhalf somit den Zugerinnen zum Cup-Titel und holte sich endlich den ersten persönlichen Cupsieg. «Vier Mal habe ich im Cupfinal schon verloren», sinniert die Rückraumspielerin, die beim Saisonabbruch wegen Corona im März 2020, direkt vor dem eigentlichen Start der Playoff-Finals, zurückgetreten war. «Zwei Jahre später, bin ich im gleichen Spielgeschehen wieder eingestiegen.»

Neue Spiele, gleicher Gegner

In ihrer langen Handballkarriere schoss Hasler-Petrig schon viele Penaltys, galt aber diesbezüglich nie als die Nummer 1 im Team. «An meinen Schuss vom Samstag kann ich mich gar nicht mehr richtig erinnern», sagt sie. Sie sei nervös gewesen und hätte unbedingt einen Treffer erzielen wollen, was ihr bekanntlich auch gelang.

Die 34-jährige Spielmacherin, die mit dem LKZ 2010 und 2013 zwei Meistertitel gefeiert hat, ist für die bevorstehenden Playoff Finals voll motiviert. Der Gegner heisst erneut Spono Eagles. Bereits diesen Samstag startet die Best-of Five-Serie. «Wenns mich braucht, bin ich bereit», sagt Jacqueline Hasler-Petrig, die für den Endspurt vier Mal pro Woche mit dem LK Zug in der Halle trainiert.

Patrizia Baumgartner, Redaktion March24 & Höfe24