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Kanton
23.01.2022
23.01.2022 10:27 Uhr

Bundesgerichtsfall: Was länger nicht rentiert, gilt als Hobby

Symbolbild
Symbolbild Bild: Pixabay: Zachtleven fotografie
Ehepaar unterliegt vor Bundesgericht wegen der Besteuerung eines landwirtschaftlichen Betriebs als Nebenerwerb. Es bleibt auch auf den Verfahrenskosten sitzen.

Das im Kanton Schwyz wohnhafte Ehepaar hat zwei Liegenschaften. In einer wohnen sie, die andere haben sie vermietet. Der Ehemann war 2016 vollzeitlich als Oberstufenlehrer tätig, die Ehefrau war Hausfrau. Auf verschiedenen Grundstücken mit einer gesamten Nutzfläche von acht Hektaren betreiben die beiden Gemüse- und Obstanbau, eine Kleintierhaltung sowie eine Bienenzucht.

Nicht von den Steuern abziehen dürfen

In der Steuererklärung für das Jahr 2016 zogen die Steuerpflichtigen den erzielten Verlust aus ihrer landwirtschaftlichen Tätigkeit von etwas über 26'000 Franken von den übrigen steuerbaren Einkünften ab. Schon in den Steuerperioden 2014 und 2015 hatten sie Verluste von rund 7'000 und 8'000 Franken aus ihrer selbstständigen Erwerbstätigkeit deklariert.

Mit Veranlagungsverfügung vom 14. Februar 2018 erklärte die kantonale Steuerverwaltung die geltend gemachten Verluste aus der Landwirtschaft als nicht abzugsfähig. Mangels Gewinnerzielungsabsicht und -möglichkeit sei diese Tätigkeit nicht als selbstständige Erwerbstätigkeit, sondern als Liebhaberei oder Hobbybetrieb zu klassieren, was steuerrechtlich keine Verlustabzüge ermögliche.

Kein nachhaltiger Gewinn zu erzielen

Mit ihrer Beschwerde gegen diese Veranlagung blitzte das Ehepaar beim Verwaltungsgericht und jetzt auch beim Bundesgericht ab. Die niedrigen Umsatzzahlen seien im Vergleich zu den hohen Auslagen des Betriebs auf eine nicht kommerzielle Tätigkeit ausgerichtet, hält das Bundesgericht fest.

Die betriebswirtschaftlichenErkenntnisse würden auch nicht darauf schliessenlassen, dass ein nachhaltiger Gewinn zu erzielen sei. An dieser Beurteilung müsse festgehalten werden, auch wenn für die Jahre 2018 und 2019 geringfügige Gewinne erzielt worden seien. Den unterlegenen Steuerpflichtigen wurden die Kosten des bundesgerichtlichen Verfahrens von 2'000 Franken auferlegt.

Ruggero Vercellone, freier Mitarbeiter