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Freizeit
23.01.2022
06.05.2022 15:13 Uhr

Das Mauswiesel – ein heimlicher Nützling

Das Mauswiesel ist das kleinste Raubtier der Welt und in der Schweiz auf der Roten Liste der bedrohten Tierarten.
Das Mauswiesel ist das kleinste Raubtier der Welt und in der Schweiz auf der Roten Liste der bedrohten Tierarten. Bild: Archiv
Die Stiftung Lebensraum Linthebene fördert Mauswiesel. Mit Erfolg: Es wurden mehrere Mauswiesel-Vorkommen nachgewiesen.

Das kleinste Raubtier der Welt lebt oft unbemerkt von uns Menschen in der Kulturlandschaft. Das Mauswiesel ist perfekt an die Mäusejagd angepasst und kann sich mit seinem langgestreckten Körper und den kurzen Beinen problemlos in unterirdischen Mäusegängen fortbewegen und seiner Beute nachstellen. Schnell kann der Jäger aber selbst zur Beute werden – das Mauswiesel muss immer auf der Hut vor Fuchs, Hauskatze, Greifvögel und Eulen sein. Deshalb hält es sich nur sehr ungern im Offenland auf und braucht Strukturen wie Altgrasstreifen, Hecken, Totholzhaufen und Waldränder, um sich sicher fortbewegen zu können.

Unter dem Schnee

Im Gegensatz zu seinem grösseren Verwandten, dem Hermelin, behält das Mauswiesel auch im Winter seine braune Fellfarbe und verbringt die grösste Zeit unter der Schneedecke, um nicht sofort entdeckt zu werden. Weiter unterscheiden sich die beiden in der Schweiz heimischen Wieselarten in ihrem Schwanz: Das Mauswiesel hat einen deutlich kürzeren Schwanz und es fehlt ihm die schwarze Schwanzspitze, welche das Hermelin auch in seinem weissen Winterkleid beibehält.

Im Gegensatz zu seinem grösseren Verwandten, dem Hermelin, behält das Mauswiesel auch im Winter seine braune Fellfarbe und verbringt die grösste Zeit unter der Schneedecke, um nicht sofort entdeckt zu werden. Bild: Franz Feldmann

Selten gewordene Mäusejäger

Gerade wegen seiner heimlichen Lebensweise fehlen vielerorts verlässliche Daten über die Verbreitung des Mauswiesels. Sicher ist: Beide Wieselarten konnten inder Schweiz in den letzten Jahrzehnten immer seltener beobachtet werden. Das Mauswiesel wird sogar auf der Roten Liste der gefährdeten Tierarten in der Schweiz aufgeführt.

Hauptgrund für den Rückgangist das Verschwinden ihres Lebensraumes – der reich strukturierten Kulturlandschaft. Gerade im Mittelland sind Landwirtschaftsbetriebe einheitlicher und grossräumiger geworden. Es fehlen Verstecke wie spät gemähte Wiesen, Altgrasstreifen, Brachen, Hecken, strukturierte Waldränder sowie Ast- und Steinhaufen. Dies führt dazu, dass die Wiesel als äusserst wertvolle Verbündete der Landwirtschaft in der Mäusejagd fehlen.

Bild: Wikipedia

Eine Maus pro Tag

Mäuse stehen mit Abstand zuoberst auf dem Speiseplan der Wiesel. Jedes einzelne Mauswiesel und Hermelin frisst mindestens eine Maus pro Tag, um überleben zu können. Bei einer siebenköpfigen Wiesel-Familie entspricht dies 50 bis 100 Mäusen pro Woche – ein unentgeltlicher Dienst für die Landwirtschaft. 

Redaktion March24 und Höfe24