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10.01.2022

Wie Onlinehass reduziert werden kann

Mit Gegenrede und Empathie gegen die Hassrede vorgehen.
Mit Gegenrede und Empathie gegen die Hassrede vorgehen. Bild: pexels
Hasskommentare im Netz lassen sich eindämmen, wenn man Empathie für die Betroffenen erwirkt. Dies zeigt eine wissenschaftliche Studie von Forschern der ETH und der Universität Zürich im Rahmen des von Alliance F initiierten Projekts «Stop Hate Speech».

Das globale Phänomen der Hassrede im Internet hat in den beiden Jahren der Covid-Pandemie ein alarmierendes Ausmass angenommen.

Ein häufig praktizierter Ansatz zur Eindämmung von Hassrede ist die Gegenrede (Counter Speech), wie ihn auch das Projekt «Stop Hate Speech» vorschlägt und mit einer Community von Freiwilligen trainiert und anwendet.

Nicht still bleiben

Die Idee: Hass bleibt nicht unwidersprochen. Indem eine Community bei Hasskommentaren aktiv dagegenhält, kann einerseits der Hass gebremst werden, andererseits wird der Online-Diskurs für alle zugänglicher und so die Meinungsfreiheit gestärkt.

Damit die Gegenrede als Instrument aber tatsächlich Hass eindämmt, muss sie möglichst wirkungsvoll sein. Zur Frage, welche Art der Gegenrede die grösste Wirkung erzielt, existieren jedoch kaum wissenschaftliche Experimente.

Empathie ist gefragt

Ein Forschungsteam um Dominik Hangartner, Professor für Politikanalyse an der ETH Zürich, hat nun untersucht, welche Botschaften die Verfasserinnen und Verfasser von Hate Speech am ehesten dazu bewegen, künftig auf Hassbotschaften zu verzichten.

Anhand der Reaktionen auf Hassnachrichten von 1350 Twitter-Nutzerinnen und -Nutzern wurden verschiedene Strategien zur Gegenrede experimentell getestet. Die Ergebnisse sind eindeutig: Nur Antworten, die an die Empathie mit den von der Hassrede Betroffenen appellieren –  wie z.B. «Ihr Post ist für Jüdinnen und Juden sehr schmerzhaft…» –, können die Hassredner dazu bewegen, ihr Verhalten zu ändern.

Kein Allheilmittel, aber Strategie-Hinweise

«Wir haben sicherlich kein Allheilmittel gegen Hassrede im Internet gefunden, aber wichtige Hinweise, welche Strategien funktionieren können und welche nicht», sagt Dominik Hangartner.

Die Studie wurde am 6. Dezember 2021 in der renommierten wissenschaftlichen Fachzeitschrift Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS) veröffentlicht.

   

Mehr über das Projekt und die Community von «Stop Hate Speech» sowie Anlässe und Podcasts zum Thema findest du auf Facebook oder hier.

pd / Redaktion March24 & Höfe24