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Kanton
06.12.2021

Für drei Minuten blind

Die Schülerinnen und Schüler tasten sich durch den Erlebnisgang.
Die Schülerinnen und Schüler tasten sich durch den Erlebnisgang. Bild: zvg
Sich ohne Augenlicht orientieren? 720 Schwyzer Schulkinder wagten den Selbstversuch im Erlebnismobil der Christoffel Blindenmission.

Was nehme ich ohne Augenlicht über das Tasten, Hören und Riechen wahr? Welchen Herausforderungen stehen blinde Personen gegenüber? Das Erlebnismobil der CBM Christoffel Blindenmission besucht Schulen und gibt den Schülerinnen und Schülern Antworten auf diese und andere Fragen rund um das Thema Blindheit. Die Doppellektion rund um das Erlebnismobil ist kostenlos. 

Sich in Blinde hineinversetzen

Das Erlebnismobil ist ein Lieferwagen, worin sich ein zwei mal sechs Meter langer Gang mit Gegenständen und alltäglichen Hindernissen befindet. Die Schülerinnen und Schüler tasten sich durch diesen Erlebnisgang, ausgerüstet mit einer die Graustarblindheit simulierenden Brille. Sie erfahren so, was es heisst, sich ohne Augenlicht zu orientieren. Der Boden des Mobils verändert sich mehrmals und die Teilnehmenden werden von Herabhängendem überrascht. Die Wände weisen mal raue, mal andere Flächen auf. Zudem können die Schülerinnen und Schüler unterschiedliche Gegenstände ertasten, erriechen und erlauschen. Im Jahr 2021 machten im Kanton Schwyz insgesamt 720 Schülerinnen und Schüler mit. In der gesamten Deutschschweiz und in Liechtenstein liessen sich 2943 auf die Erfahrung ein.

Hemmschwellen abbauen

Die Schulkinder erfahren nicht nur, welche Hindernisse auf Menschen mit einer Sehbehinderung warten. Sie lernen auch, wie sie im Alltag Menschen mit Behinderungen begegnen und ihnen assistieren können. «Viele Menschen fühlen sich unsicher, wenn sie eine blinde oder eine Person mit einer anderen Behinderung sehen, die Hilfe benötigt. Dem möchten wir entgegenwirken», so Dave Gooljar, Verantwortlicher Erlebnismobil.

Die Schülerinnen und Schüler erhalten zudem altersgerecht verpackte Informationen zu den Ursachen von Blindheit. Ein Kurzfilm illustriert die Unterschiede zwischen dem Leben blinder Menschen in der Schweiz und in Armutsgebieten: Etwa, dass es dort nur wenige öffentliche Gebäude und Einrichtungen gibt, die barrierefrei sind, sowie kaum Augenkliniken, Blindenschulen und -verbände.

Redaktion March 24 und Höfe 24