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Kanton
03.12.2021

Wie sich die Erderwärmung auf den Kanton Schwyz auswirkt

Auch wenn gestern Schnee bis nach Nuolen gefallen ist und den Pilzen zu einer weissen Mütze verhalf – künftig werden Schneetage in Ausserschwyz seltener.
Auch wenn gestern Schnee bis nach Nuolen gefallen ist und den Pilzen zu einer weissen Mütze verhalf – künftig werden Schneetage in Ausserschwyz seltener. Bild: pexels / Franz Feldmann
Das Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie Meteo Schweiz zeigt auf, wie sich die Klimaerwärmung unterschiedlich auf Regionen und Höhenlagen auswirkt.

Auch wenn derzeit unter der Nebeldecke eher frostige Temperaturen herrschen und in den letzten Tagen gar Schneeflocken bis in tiefe Lagen fielen – die Erderwärmung macht sich auch bei uns bemerkbar: «Die Schweiz wird trockener, heisser, schneeärmer und muss künftig mit heftigeren Niederschlägen rechnen », heisst es in einer Medienmitteilung von Meteo Schweiz.

Zwei Szenarien: mit oder ohne Klimaschutz

Je nach Kanton und Jahreszeit könnten die Auswirkungen des Klimawandels unterschiedlich stark auftreten. Dies zeigen die umfangreichen kantonalen Klimaszenarien, die Meteo Schweiz kürzlich veröffentlicht hat. Meteo Schweiz blickt mit zwei Szenarien in die Schweizer Klimazukunft: kein Klimaschutz und konsequenter Klimaschutz. Als Referenzwerte für die Szenarien gilt die 30-jährige Normperiode 1981–2010.

Und die bisherige Entwicklung hat es schon in sich. Die Durchschnittstemperatur im Kanton Schwyz ist – wie im schweizerischen Mittel – seit 1864 um 2,0 Grad angestiegen. Seit 1901 wird häufiger Starkregen verzeichnet, der intensiver ausfällt.

Hitzewellen treten viel häufiger und intensiver auf. Seit 1961 hat sich die Vegetationsperiode um zwei bis vier Wochen verlängert. Andererseits haben sich die Frosttage (weniger als 0 C°) um 60 Prozent verringert. Und unter 800 Metern sind die Schneetage seit 1970 um 50 Prozentzurückgegangen.

Mehr Hitzetage

Wie wird sich das Klima um 2060 gemäss den Szenarien präsentieren? Auch bei maximalem Klimaschutz gehen die Forscher davon aus, dass die durchschnittliche Temperatur im Kanton Schwyz wie in den meisten Teilen der Schweiz um 1 bis 1,5 Grad steigen wird.

Im Wallis und im Kanton Graubünden wird der Anstieg noch höher ausfallen. Ohne Klimaschutz rechnet Meteo Schweiz mit einem Anstieg von zweieinhalb bis dreieinhalb Grad. Wobei die Temperatur in höheren Gebieten stärker steigt als in tieferen Lagen.

Massiver Anstieg der Anzahl Hitzetage

Konkret wird die Anzahl Hitzetage (Temperaturenüber 30 C°) massiv steigen: Bewegt sich der Referenzwert in der Region Ausserschwyzzwischen einem und etwa sieben Tagen jährlich,werden mit maximalem Klimaschutz 5 bis 15 Hitzetage prognostiziert.

Ohne Klimaschutz würdendie Hitzetage auf 15 bis 30 ansteigen. Spannend: Auch in Zermatt auf 1600 Metern über Meer rechnen die Forscher mit mehr als fünf Tagen mit Temperaturen über 30 Grad Celsius.

So würden sich die durchschnittlichen Schneetage pro Jahr bis ins Jahr 2060 entwickeln, wenn das Klima maximal oder gar nicht geschützt würde. Bild: Grafik Marchanzeiger

Und tropisch wird es im Süden: Lugano zählt heute schon jährlich rund zehn Tropennächte (Minimaltemperatur über 20 C°). Mit maximalem Klimaschutz würde sich diese Zahl mehr als verdoppeln, ohne Klimaschutz gar auf über 40 vervierfachen. Ausserschwyzerinnen und Ausserschwyzer wäre es angenehmer, sie müssten in weniger als fünf Nächten schwitzen.

Wenig Schnee, weniger Kälte

Was die Wintersportgebiete im Kanton Schwyz – die ja nicht sehr hoch liegen – weniger freuen wird, sind die Klimaszenarien für den Winter. So geht die Studie von massiv weniger Schneetagen (Tage mit einer Schneehöhe von mehr als einem Zentimeter) aus. Dies würde sich weniger in den Niederungen in Ausserschwyz als in den erhöhten Lagen im Kanton Schwyz zeigen.

Während der Normwert für den Kanton Schwyz auf Höhen zwischen 800 und 1500 Metern bei 38 bzw. 48 Eistagen liegt, wären es bei maximalem Klimaschutz noch 26 bzw. 34 Eistage. Bild: pexels / Franz Feldmann

Während der Normwert für den Kanton Schwyz auf Höhen zwischen 800 und 1500 Metern bei 38 bzw. 48 Eistagen liegt, wären es bei maximalem Klimaschutz noch 26 bzw. 34 Eistage.

Hans-Ruedi Rüegsegger, Redaktion March24 & Höfe24