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Lachen
02.12.2021

Hirslanden beteiligt sich mit 10 Prozent am Spital Lachen

Die Hirslanden Klinik und das Spital Lachen machen gemeinsame Sache.
Die Hirslanden Klinik und das Spital Lachen machen gemeinsame Sache. Bild: zvg
Die Hirslanden-Gruppe beteiligt sich mit rund 10 Prozent an der Spital Lachen AG und nimmt Einsitz im Verwaltungsrat. Muss man sich Sorgen machen?

Kooperationen sind im Spitalbereich nichts Ungewöhnliches. So besteht zum Beispiel seit diesem Jahr eine Partnerschaft zwischen dem Spital Lachen und der Hirslanden Klinik Im Park im Fachbereich Herzmedizin. Nun planen das Spital Lachen und die Hirslanden-Gruppedie Ausweitung der Zusammenarbeit auf weitere Fachdisziplinen.

Finanzielle Absicherung für «Futura»-Projekt

So weit so vernünftig. Die Kernaussage des Communiqués lässt allerdings aufhorchen. Denn die Hirslanden-Gruppe beteiligt sich neu mit rund 10 Prozent an der Spital Lachen AG und nimmt auch Einsitz im Verwaltungsrat. «Durch die vertiefte Partnerschat und die Minderheitsbeteiligung von Hirslanden wird unsere Wettbewerbsfähigkeit weiter gestärkt sowie die ambulante und stationäre medizinische Grundversorgung der Bevölkerung der Bezirke March und Höfe langfristig sichergestellt», betont Nicole Fritsche, Verwaltungsrätin der Spital Lachen AG und Bezirksrätin Höfe. Ebenso werde der Zugang zu hochspezialisierten Ärztinnen und Ärzten in ausgewählten Fachbereichen verbessert.

Die Verantwortlichen halten aber auch fest: Das Spital Lachen bleibt als Institution eigenständig. «Mit dem starken Partner Hirslanden an unserer Seite eröffnen sich für uns neue Möglichkeiten, ohne dass wir dabei unsere Identität verlieren», so Franziska Berger, CEO Spital Lachen. Nicht zuletzt könnten sie durch die Erhöhung des Eigenkapitals die Finanzierung des zukunftweisenden Bauprojekts Futura absichern, mit dem das Spital Lachen in den nächsten Jahren seine Infrastruktur erneuert.

Kein «Ausverkauf» des Spitals

Nun stellt sich die Frage, ob die zehnprozentige Beteiligung einer Aktienkapitalerhöhung gleichkommt, womit Geld aus Zürich nach Ausserschwyz fliesst. Ja, bestätigt Sabine Klapper, Leitung Marketing und Kommunikation beim Spital Lachen, auf Anfrage. Wie hoch dieser Betrag ist, konnte sie bis Redaktionsschluss noch nicht eruieren. Das Spital Lachen gehört bis anhin zu hundert Prozent den Bezirken March (seit über 100 Jahren) und Höfe (seit 1962). Erstmals wird also eine Fremdbeteiligung zugelassen. Muss die Öffentlichkeit also Angst vor einem «Ausverkauf» ihres Spitals haben?

Nein, beschwichtigt Sabine Klapper, es sei weder eine weitere Aktienkapitalerhöhung durch andere Institutionen noch durch Publikumsaktien geplant. Erst recht bestehe keine Gefahr, dass die Bezirke allenfalls gar die Kontrolle über ihr Spital verlieren könnten. Denn im Spitalvertrag stehe unmissverständlich, dass die Bezirke die Mehrheit nicht abgeben dürfen, erklärt die Kommunikations-Verantwortliche.

Redaktion March24 & Höfe24